• Es geht aufwärts

    Ein Wochenende voller Hoffnung

    Am Wochenende habe ich es mal wieder gewagt. Für zwei Tage hatte ich mich zu einem Agility-Turnier beim HSV Sprendlingen angemeldet. Nach der Landesmeisterschaft im Juni wollte ich herausfinden, ob ich inzwischen wieder besser laufen kann oder ob die Knieschmerzen weiterhin vernünftige Läufe unmöglich machen.

    Bevor es jedoch auf den Hundeplatz ging, stand am Donnerstag zunächst ein etwas unangenehmer Termin auf dem Programm: ein längerer Zahnarztbesuch. Ein Zahn und gleich zwei Wurzelreste mussten entfernt werden. Entsprechend aufgeregt war ich im Vorfeld.

    Die Betäubungsspritzen waren zum Glück längst nicht so schlimm wie befürchtet. Das Gefühl eines komplett tauben Unterkiefers hingegen war schon ziemlich skurril. Ich kam mir vor wie Quasimodo persönlich, auch wenn der Blick in den Spiegel zeigte, dass das Ganze deutlich dramatischer wirkte, als es aussah. Leider hatten sich an zwei Wurzeln eitrige Fisteln gebildet. Dadurch konnte die Betäubung den Schmerz nicht vollständig ausschalten. Angenehm war das nicht, aber zum Glück durchaus auszuhalten.

    Nachdem alles versorgt und vernäht war, lautete die Anweisung des Zahnarztes: zwei Tage Ruhe, ordentlich kühlen und regelmäßig Ibuprofen gegen Schmerzen und Entzündung einnehmen. Daran habe ich mich ausnahmsweise sehr gewissenhaft gehalten. Schließlich hatte ich ein Ziel vor Augen: Am Wochenende wollte ich bei hochsommerlichen Temperaturen mit Emmi an den Start gehen.

    Doch entgegen aller Wettervorhersagen öffnete der Himmel am Samstagvormittag seine Schleusen. Unser erster Lauf, der Jumping 2, fand im strömenden Regen statt. Emmi und ich waren hinterher klatschnass, aber das störte mich in diesem Moment überhaupt nicht.

    Denn zum ersten Mal seit fast anderthalb Jahren konnte ich wieder laufen, ohne bei jedem Schritt wegen meiner Knie die Zähne zusammenbeißen zu müssen. Und das lag sicher nicht nur an den Ibuprofen nach der Zahn-OP. Bei früheren Turnieren hatte ich teilweise deutlich mehr Schmerzmittel genommen und trotzdem jeden Meter gespürt. Dieses Mal war es anders. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl, mich wieder frei und nahezu unbeschwert durch den Parcours bewegen zu können.

    Was für ein Gefühl!

    Natürlich war nicht alles perfekt. Hier fehlte noch ein letzter Schritt, dort passte das Timing nicht ganz. Trotzdem kamen wir durch den Parcours und belegten trotz zweier Verweigerungen und einer gefallenen Stange noch den dritten Platz. Viel wichtiger als die Platzierung war jedoch das Gefühl, endlich wieder richtig laufen zu können.

    Mit dieser Motivation ging es in den A-Lauf. Auch hier blieben die Knieschmerzen erfreulicherweise im Hintergrund. Trotz einer Verweigerung aufgrund eines zu wenig gemachten Schrittes und zwei gefallener Stangen durch die jeweils etwas unglückliche Position am Sprung, reichte es am Ende für Platz zwei. Da viele Teams den anspruchsvollen Parcours gar nicht ins Ziel bringen konnten, waren wir mit unserem Ergebnis mehr als zufrieden.

    Tatsächlich spielte die Platzierung an diesem Wochenende aber nur eine Nebenrolle. Viel bedeutender war die Erkenntnis, dass es endlich wieder vorwärtsgeht. Als ich später die Videos unserer Läufe anschaute, stellte ich fest, dass ich gar nicht so schlecht unterwegs war. Ich wirkte deutlich flüssiger als noch vor einigen Monaten und war am Ende nicht einmal besonders außer Atem. Mit den 13 Kilo mehr, die ich früher mit mir herumgetragen habe, sah das noch ganz anders aus.

    Auch der zweite Turniertag verlief ähnlich positiv. Die Ergebnisse waren zwar weniger erfolgreich, aber meine eigene Leistung im Parcours fühlte sich erneut richtig gut an. In beiden Läufen konnte ich mich auf Emmi und die jeweiligen Aufgaben konzentrieren, ohne ständig durch Schmerzen abgelenkt zu werden.

    Im A-Lauf sorgte ein klassischer Führfehler für das Aus: Ich hatte schlichtweg das Kommando und den Arm vergessen – keine Arme, keine Kekse, wie mein Trainer sagen würde. Emmi ließ daraufhin ein Hindernis aus und wir kassierten ein DIS. Im Jumping war ich dann einen Tick zu langsam, um ihr rechtzeitig die richtige Hürde anzuzeigen. Wieder ein DIS.

    Aber wisst ihr was?
    Es war mir völlig egal.
    Nach langer Zeit fühlte es sich endlich wieder nach richtigem Agility an.

    Mit diesem guten Gefühl im Gepäck machte ich mich abends mit noch drei weiteren Mädels vom Hundeverein auf den Weg zu den Burgfestspielen nach Dreieichenhain. Dort wartete als krönender Abschluss die Italienische Opernnacht auf uns. Unter dem Titel„L’Amore e la Rivalità“ präsentierten die Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit den Frankfurter Sinfonikern die großen Gefühle der italienischen Opernwelt: Liebe, Leidenschaft, Eifersucht, Sehnsucht und Rivalität.

    Zwei Sopranistinnen, zwei Tenöre und ein Bariton verzauberten das Publikum mit wunderbaren Arien, Duetten und Ensembles aus berühmten Opern wie Tosca, Madama Butterfly, Otello, Don Carlos und La Traviata. Die beeindruckenden Stimmen füllten die historische Kulisse des Burggartens mühelos aus und sorgten immer wieder für Gänsehautmomente. Als die Künstler zum Finale ihre Zugaben anstimmten, hielt es schließlich kaum noch jemanden auf den Sitzen.

    So endete ein Wochenende, das mir auf viele Arten gezeigt hat, dass sich Geduld auszahlt.

    Die Zahn-OP habe ich überstanden, meine Knie scheinen endlich auf dem Weg der Besserung zu sein, Emmi und ich hatten wieder richtig Spaß im Parcours und obendrein durfte ich einen zauberhaften Sommerabend voller italienischer Opernklänge in Gesellschaft ganz lieber Menschen erleben.

    Kurz gesagt: Es war ein Wochenende voller Hoffnung. ❤️

    Nachtrag:

    Emmis Schwester Skynni war auch auf dem Turnier..
  • Richten im Rheinland

    Agility-Wochenende in Bornheim-Sechtem

    Am vergangenen Wochenende führte mich mein Weg ins Rheinland, wo ich als Leistungsrichterin im Einsatz war.

    Da Gert das Wochenende bei seinen Eltern verbrachte, machten Kristina und ich uns mit dem Wohnmobil auf den Weg. Natürlich durften auch Sassy, Emmi und Joke nicht fehlen. Nur Chumba blieb diesmal zu Hause und ließ sich von Kristinas Eltern nach Strich und Faden verwöhnen.

    Nachdem wir unseren Stellplatz eingerichtet und die Hunde ihre Gassirunde absolviert hatten, begann der gemütliche Teil des Abends. Gemeinsam mit den anderen Campern saßen wir bei angenehmen Temperaturen zusammen, tauschten Geschichten aus und ließen den Tag entspannt ausklingen. Für das leibliche Wohl sorgte ein italienischer Lieferservice, der uns mit leckerem Essen versorgte.

    Der zweite Einsatz der Meta Quest

    Nach meinen Erfahrungen im Saarland hatte ich dem Entwickler der RunLine-App ausführlich von den Problemen berichtet, die dort aufgetreten waren. Kurz vor dem Wochenende stand bereits eine neue Version zur Verfügung, die genau diese Schwierigkeiten beheben sollte.

    Entsprechend neugierig war ich natürlich auf den nächsten Praxistest. Noch am Freitagabend beschlossen wir daher, den ersten Parcours aufzubauen.

    Wie schon im Saarland ging der Aufbau erstaunlich schnell. Anfangs konnten sich die Helfer ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn ich mit der VR-Brille über den Platz lief, Menüs bediente oder das virtuelle Raster ausrichtete. Spätestens nachdem jedoch jeder einmal selbst durch die Brille geschaut hatte, war die Skepsis verflogen. Stattdessen machte sich schnell Begeisterung breit.

    Besonders erfreulich war, dass der Turnierplatz sogar etwas größer war als angegeben. Dadurch ließ sich das Raster problemlos platzieren. Auch die Sonneneinstrahlung, die bei meinem ersten Einsatz noch für Schwierigkeiten gesorgt hatte, spielte diesmal überhaupt keine Rolle mehr.

    Um die nachfolgenden Parcours möglichst schnell ausrichten zu können, markierte ich mit Sprühkreide einen festen Referenzpunkt an einer Ecke des Parcours. Das erwies sich als ideale Lösung. So konnte ich das gesamte Wochenende über jeden Parcours mit Hilfe der VR-Brille aufbauen und das Raster immer wieder exakt an derselben Stelle positionieren.

    Die größte Zeitersparnis zeigte sich beim Aufbau der Parcours der Leistungsklassen 2 und 3 sowie beim Umbau vom A-Lauf zum Jumping oder umgekehrt. Bei den Parcours der Klassen 0 und 1 dürfte der Zeitvorteil gegenüber der klassischen Aufbaumethode zwar geringer ausfallen, doch spätestens bei komplexeren Umbauten spielt die Technik ihre Stärken voll aus.

    Spannende Turniertage

    Da ich im Vorfeld nicht einschätzen konnte, welches Leistungsniveau die Starter in dieser Region mitbringen würden, war ich natürlich gespannt, wie meine Parcours angenommen werden.

    Am ersten Turniertag waren die Parcours der Klassen 0 und 1 möglicherweise einen Tick zu anspruchsvoll als gewollt. Die Parcours der Klasse 2 passten dagegen sehr gut, während die Klasse 3 einen nahezu perfekten Auftakt in das Wochenende erwischte. Die Teams hatten sichtlich Freude an den Herausforderungen und die gezeigten Leistungen konnten sich absolut sehen lassen.

    Am zweiten Tag nahm ich die Anforderungen für die Klassen 0 und 1 etwas zurück. Das Ergebnis waren viele zufriedene Gesichter und strahlende Teilnehmer bei der Siegerehrung.
    Die Starter der Klasse 2 mussten sich teilweise etwas mehr anstrengen, während die Klasse 3 bereits bei der Parcoursbegehung mit deutlich sichtbaren Denkfalten unterwegs war. Dennoch gab es durchweg schnelle, spannende und vor allem variantenreiche Läufe, die sowohl den Hunden als auch ihren Hundeführern großen Spaß zu machen schienten.

    Entspannte Hunde und ein erfolgreicher Start für Emmi

    Während ich auf dem Platz beschäftigt war, kümmerte sich Kristina hervorragend um unsere Hunde. Die erste kurze Morgenrunde gingen wir noch gemeinsam. Danach übernahm sie die weitere Betreuung komplett.

    Es gab eine zweite ausgedehnte Morgenrunde, eine weitere Gassirunde zur Mittagszeit und somit für die Hunde den ganzen Tag über ausreichend Beschäftigung und Bewegung. Gleichzeitig konnten sie jederzeit im oder vor dem Wohnmobil entspannen und mussten nie allein bleiben.

    Sassy bekam außerdem weiterhin regelmäßig ihre Retterspitz-Umschläge. Sie hat sich vor gut zwei Wochen das rechte Vorderbein gezerrt und wird momentan etwas geschont. Glücklicherweise macht sie weiterhin gute Fortschritte.

    Am Samstagabend durfte Emmi noch etwas arbeiten. Kristina versuchte sich mit Emmi an dem Jumping-3-Parcours, der vom Nachmittag noch stand. Anfangs fehlte ein wenig Vertrauen in Emmis Fähigkeiten. Doch je länger die beiden liefen, desto besser harmonierten sie miteinander. Am Ende absolvierten sie den Parcours nahezu perfekt.

    Mit diesem positiven Erlebnis im Rücken fasste Kristina schließlich den Mut, am nächsten Tag mit Emmi in der A1 an den Start zu gehen. Gleich im ersten Lauf gewannen die beiden die Intermediate-Klasse. Lediglich eine gefallene Stange verhinderte den fehlerfreien Lauf.

    Im zweiten Lauf endete der Versuch zwar mit einem DIS, nachdem Kristina die Wippe wiederholte, an der Emmi sich zuvor selbst „aufgelöst“ hatte. Da zuvor bereits ein Steg- und ein Slalomfehler aufgelaufen waren, war diese Entscheidung aber absolut richtig.

    Ein rundum gelungenes Wochenende

    Am Ende des Wochenendes bleibt vor allem ein rundum positives Gefühl zurück.
    Die Reise nach Nordrhein-Westfalen in netter Begleitung, dem damit verbundenen Rundum-Wohlfühlpaket für die Hunde und die entspannte Zeit im Wohnmobil hätten für sich genommen bereits für ein schönes Wochenende gereicht.
    Dazu kamen die vielen freundlichen Menschen vor Ort, die angenehme Atmosphäre auf dem Turniergelände und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem gesamten Team des Veranstalters – alles das trug dazu bei, dass es ein wunderbares Wochenende wurde.

    Dank des eingespielten Helferteams lagen wir an beiden Tagen hervorragend im Zeitplan. So konnten wir am Sonntagnachmittag bereits kurz nach 16 Uhr die Heimreise antreten.

    Es sind genau solche Wochenenden, die zeigen, wie viel Freude unser Sport macht: motivierte Teilnehmer, tolle Hunde, engagierte Helfer, spannende Parcours und viele nette Gespräche. Und ganz nebenbei konnte die VR-Brille erneut beweisen, welches Potenzial in dieser Technik steckt.

    In 14 Tagen steht bereits der nächste Einsatz an. Die Meta Quest wird dann ganz sicher wieder mit dabei sein. 😊

  • Halbzeit

    … oder Zwischenziel 2 von 4 erreicht!

    Eine Belohnung für das Erreichen meines zweiten Zwischenziels habe ich mir ehrlich gesagt noch gar nicht überlegt. Irgendwie hat mich die Gewichtsabnahme diesmal selbst überholt. 😊

    Nach wie vor bin ich hoch motiviert. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Weg bisher überraschend geradlinig verlaufen ist. Größere Stolpersteine sind mir bislang nicht begegnet und die Abnehmspritze, die noch im Kühlschrank liegt, ist inzwischen fast schon in Vergessenheit geraten.

    Natürlich interessiert mich neben der Zahl auf der Waage vor allem, was sich gesundheitlich verändert. In diesem Bereich sind die Auswirkungen bislang allerdings noch etwas gemischt.

    Meine Schuppenflechte begleitet mich weiterhin mal stärker, mal schwächer. Inzwischen habe ich jedoch den Eindruck, dass sie vor allem auf Stress reagiert. Wenn beruflich oder privat viel los ist und ich mir über viele Dinge Gedanken mache, werden die Symptome meist stärker. In ruhigeren Phasen, in denen ich wirklich entspannen kann, verbessert sich das Hautbild dagegen deutlich.

    Sehr erfreulich entwickelt sich dagegen mein Blutdruck. Selbst mit nur noch der halben Medikamentendosis hat er sich mittlerweile stabilisiert. Nur in echten Stresssituationen steigt er gelegentlich noch etwas an, aber das sind inzwischen seltene Ausnahmen geworden.

    Auch meine Knie machen Fortschritte. Sie vertragen inzwischen ein deutlich größeres Bewegungspensum als noch vor einigen Monaten. Ganz verschwunden sind die Problemstellen allerdings noch nicht. Vor allem beim Rennen, beim Bergablaufen und bei Kniebeugen merke ich nach wie vor Einschränkungen. Andererseits habe ich gerade erst wieder ein Gewicht erreicht, bei dem man realistischerweise erwarten kann, dass sich solche Baustellen überhaupt verbessern. Deshalb bleibe ich optimistisch und bin überzeugt, dass hier noch weiteres Potenzial liegt.

    Ein erster kleiner Härtetest steht bereits am kommenden Wochenende an. Dann bin ich mit Emmi wieder auf einem Agility-Turnier unterwegs. Dort werde ich sehen, ob sich die Veränderungen inzwischen auch sportlich bemerkbar machen. Natürlich werde ich anschließend berichten, wie es gelaufen ist.

    Bis dahin geht die Reise weiter. Das nächste Zwischenziel wartet bereits und gleichzeitig ist es auch schon mein vorletztes. Ausruhen oder gar stehen bleiben kommt deshalb nicht infrage. Der Weg ist noch nicht zu Ende und ich möchte sehen, wohin er mich führt.

    Also: Wanderschuhe an, Blick nach vorne und weiter geht’s. 😊

  • Richten im Saarland

    Agility-Wochenende im Saarland: Premiere mit der Meta Quest

    Am Samstagvormittag machten wir uns auf den Weg ins Saarland. Nach rund 185 Kilometern erreichten wir gegen Mittag das Hundesportzentrum in St. Wendel, wo ich an diesem Wochenende als Agility-Leistungsrichterin im Einsatz war.

    Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass kurz nach meiner Ankunft auch eine gute Freundin mit ihrem Mann vorbeikam. Die beiden befanden sich gerade auf der Rückreise aus ihrem Frankreich-Urlaub und legten in St. Wendel noch einen Zwischenstopp ein. Leider blieb durch meine Richtertätigkeit nicht allzu viel Zeit für gemeinsame Gespräche, aber trotzdem war es schön, sie zu sehen.

    Premiere für die Meta Quest auf dem Turnierplatz

    An diesem Wochenende hatte ich außerdem eine technische Premiere: Zum ersten Mal kam meine Meta Quest Brille beim Parcoursaufbau zum Einsatz. Mit der App RunLine lassen sich die im Smarter Agility Course Designer geplanten Parcours virtuell auf den Turnierplatz projizieren. Die Idee dahinter ist genial: Statt mit Messrad und Maßband jeden einzelnen Abstand auszumessen, kann man den Parcours direkt plangetreu aufbauen.

    Ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, war es allerdings zunächst nicht.

    Schnell stellte sich heraus, dass sich das Menü der Brille in der prallen Sonne nicht bedienen ließ. Also musste ich zuerst ein schattiges Plätzchen finden, um das Raster korrekt auf die vorhandene Parcoursfläche zu projizieren. Dabei zeigte sich dann auch gleich die erste Überraschung: Die Fläche war kleiner abgesteckt worden als ursprünglich zugesagt.

    Zum Glück waren die Helfer vor Ort einfach großartig. Kurzerhand wurde der Parcoursbereich erweitert, sodass die geplanten Maße doch noch umgesetzt werden konnten. Nachdem das virtuelle Raster perfekt mit der realen Fläche übereinstimmte, konnte ich den ersten Parcours laden und die Darstellung sperren, damit nichts versehentlich verschoben wurde.

    Der Aufbau selbst funktionierte anschließend erstaunlich gut. Auch in der Sonne waren die Hindernisse problemlos zu positionieren. Nur eines wurde schnell deutlich: Unter einer VR-Brille kann man bei sommerlichen Temperaturen ganz schön ins Schwitzen geraten!

    Für die Umbauten zwischen den Läufen griff ich dann allerdings wieder auf die klassische Methode mit dem ausgedruckten Parcoursplan zurück. Aus dem Schatten heraus ließ sich das Raster nämlich nicht immer exakt identisch neu setzen. Dadurch bestand die Gefahr, dass Hindernisse, die eigentlich an ihrem Platz bleiben sollten, plötzlich leicht versetzt dargestellt wurden. Für die zukünftigen Einsätze gibt es also noch ein wenig Optimierungspotenzial.

    Unterschiedliche Teams, passende Herausforderungen

    Bei den Läufen an beiden Tagen zeigte sich wieder einmal, wie unterschiedlich die Ausbildungsstände der einzelnen Teams sein können. Während einige Mensch-Hund-Teams die Parcours souverän und nahezu mühelos bewältigten, mussten andere deutlich mehr kämpfen, um das Ziel zu erreichen.

    Da ich im Vorfeld nicht einschätzen konnte, wie das Leistungsniveau in dieser Region ist, war ich natürlich gespannt, wie meine Parcours angenommen werden würden. Würden sie als zu leicht empfunden werden oder die Teams eher vor größere Herausforderungen stellen? Nach meinem Eindruck habe ich einen guten Mittelweg gefunden. Die Parcours boten den erfahrenen Teams ausreichend interessante Aufgaben, waren aber gleichzeitig so gestaltet, dass auch weniger routinierte Starter faire Chancen hatten.

    Herzlichkeit und perfekte Organisation

    Was mir an diesem Wochenende besonders in Erinnerung bleiben wird, ist die außergewöhnliche Gastfreundschaft des veranstaltenden Vereins. Schon im Vorfeld wurde sich intensiv darum gekümmert, dass alles passt und ich mich wohlfühle. Auch vor Ort fühlte ich mich jederzeit willkommen.

    Die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team war ausgesprochen angenehm. Es wurde viel gelacht, alle packten mit an und die Organisation war hervorragend. Dadurch lagen wir an beiden Tagen voll im Zeitplan, was keineswegs selbstverständlich ist.

    Emmi als Fotomodell

    Eine weitere schöne Überraschung war das Angebot der Vereinsfotografin, Fotos von Emmi zu machen. Nach dem ersten Turniertag durfte Emmi deshalb noch ein wenig Agility laufen und wurde dabei professionell in Szene gesetzt.

    Solche Erinnerungen sind immer etwas ganz Besonderes.

    Gemütlicher Abend unter Campern

    Nach einem kurzen Turniertag gab es Essen vom Italiener. Anschließend saßen wir noch mit den anderen Campern zusammen, tauschten Geschichten aus und verbrachten einen wirklich schönen Abend. Die Zeit verging wie im Flug, und ehe wir uns versahen, war es fast Mitternacht.

    Landesmeisterschaft und Heimreise

    Auch die Landesmeisterschaft am Sonntag verlief wie am Schnürchen. Alles lief reibungslos, sodass wir bereits gegen 16 Uhr die Heimreise antreten konnten. Nach etwa zwei Stunden und 15 Minuten stand der Wohnwagen wieder an seinem Platz und ich gönnte meinen Beinen zu Hause erst einmal eine wohlverdiente Pause.

    Die sommerlichen Temperaturen machten sich allerdings bemerkbar. Trotz reichlicher Flüssigkeitszufuhr hatte ich offenbar viele Mineralstoffe verloren, denn sowohl am Samstag als auch am Sonntag wurde ich immer wieder von Muskelkrämpfen geplagt. Nach der Einnahme von Magnesium wurde es glücklicherweise langsam besser.

    Sportlicher Ausklang des Wochenendes

    Ganz beendet war das Wochenende damit allerdings noch nicht. Am Abend ging es noch zu einer Runde Darts in den Verein. Nebenbei lief das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft, das sogar in die Verlängerung ging. Dadurch wurde es noch einmal ein langer Abend, und letztlich waren wir erst nach Mitternacht wieder zu Hause.

    Trotz der Anstrengung bleibt ein rundum positives Fazit: ein hervorragend organisiertes Turnier, viele nette Begegnungen, spannende Läufe, eine interessante technische Premiere mit der Meta Quest und jede Menge schöne Erinnerungen. So darf ein Agility-Wochenende gerne aussehen.

  • Vision of retirement

    Manchmal kommen die interessantesten Gedanken genau dann, wenn man sie gar nicht erwartet. So war es bei meiner letzten Hausaufgabe im Englischkurs. Eigentlich wollte ich die Aufgabe nur schnell erledigen. Doch als ich begann, über mein mögliches Rentnerleben im Ausland nachzudenken, war ich plötzlich mitten in einer kleinen Zukunftsreise.

    Wo würde ich gerne leben? Wie sähe mein Alltag aus? Was würde mir fehlen und was würde ich gewinnen? Fragen, die zunächst rein theoretisch waren, wurden mit jedem Satz ein bisschen greifbarer.

    Das Ergebnis möchte ich heute mit euch teilen. Auch wenn bis zum Ruhestand noch Zeit ist, fand ich es sehr bereichernd, einmal bewusst darüber nachzudenken, welche Träume und Wünsche ich für diesen Lebensabschnitt habe. Und wer weiß? Vielleicht wird aus einer Englisch-Hausaufgabe ja irgendwann doch noch ein echter Plan. 😊

    My Vision of Retirement

    I can imagine spending my retirement in two different regions of Europe, depending on the season, taking advantage of the benefits each location offers during different times of the year.

    From October to April, during the winter months, I would like to live in northwestern France.

    Compared to Germany, the standard of living, the quality and accessibility of medical care, and health insurance coverage in France are similar. Travel connections and infrastructure are excellent, and the crime rate and pollution levels are similar to that in Germany.

    As a temporary resident, I would not need immigration papers as long as I do not settle there permanently.

    The advantages of living in northwestern France are the mild winter climate, deserted beaches, endless opportunities for long walks with my partner and my dogs, and a peaceful atmosphere that is hard to find somewhere else. Combined with the excellent cuisine and relaxed way of life, it truly feels like – as we Germans say: „living like God in France.“

    And as if that were not enough, the cost of living is slightly lower than in Germany, and the relatively large ex-pat community makes it easy to settle in and feel at home.

    From May to September, I would prefer to stay in Northern Norway.
    Although the cost of living is around 30% higher than in Germany, travel connections are not as extensive, and there is no large ex-pat community, Norway offers many other advantages that can easily captivate you.

    The health insurance is more comprehensive and the whole medical care system is excellent. Crime rate is significantly lower than in Germany, and the pollution levels are relatively low.

    The standard of living is comparable to Germany, and as in France, no immigration papers are required for temporary stays.

    But what truly captures my heart is the breathtaking natural beauty of Northern Norway. Standing beneath the midnight sun, surrounded by mountains and fjords, is an experience that makes everyday worries seem very small. There are also many opportunities to go sea fishing, hiking or riding a bike in this spectacular surrounding. Above all, life seems to move at a different pace. People tend to slow down, stress and hectic routines have little place in everyday life. The way of life seems to be more balanced.

    This combination would allow me to enjoy mild winters in France and the unique beauty of Arctic summers in Norway.

  • Genießen ohne Reue ⭐

    Die letzten Tage bei meiner Mama haben wieder gezeigt, dass sich gesunde Gewohnheiten auch außerhalb der eigenen vier Wände gut umsetzen lassen. Frühstück gab es – wie auch zu Hause – etwas später. Mein Porridge mit Früchten durfte dabei natürlich nicht fehlen. Nachmittags machten wir uns einen Kaffee und gönnten uns ein Stück Kuchen dazu. Das eigentliche Mittagessen verschoben wir einfach auf den Abend. Zum Glück ist meine Mama sehr flexibel und lässt sich auf solche Änderungen problemlos ein.

    Eine besondere Ausnahme gab es allerdings am Samstag: Meine Mama feierte ihren 91. Geburtstag. Zu diesem Anlass trafen wir uns mit meiner Tante, meiner Schwester, meinem Schwager und meinem Neffen zum gemeinsamen Mittagessen im Lokal. Anschließend ging es zurück nach Hause, wo später Kaffee und Geburtstagskuchen auf uns warteten.

    Meine Tante hatte ihren legendären Bananenkuchen gebacken. Wer ihn kennt, weiß, dass man daran kaum vorbeikommt. Natürlich konnte auch ich nicht widerstehen. Der Kuchen schmeckt einfach jedes Mal fantastisch. Zusätzlich hatte die Nachbarin eine Kirsch-Sahne-Torte beigesteuert, die ebenfalls probiert werden musste. Schließlich gehört ein Geburtstag auch dazu, um gemeinsam zu genießen und schöne Momente zu teilen.

    Trotz der süßen Versuchungen blieb alles in einem vernünftigen Rahmen. Am Abend gab es noch einen herzhaften Wurstsalat als Abschluss des Tages. Überraschenderweise fühlte ich mich überhaupt nicht überessen oder unangenehm voll. Es zeigt sich immer mehr, dass bewusstes Genießen etwas völlig anderes ist als gedankenloses Schlemmen.

    Da wir an diesem Abend erst gegen halb zwei ins Bett gingen, wurde am Sonntag ausgeschlafen. Selbst die Hunde hatten offenbar beschlossen, sich dem Sonntagsmodus anzupassen. So purzelten wir erst nach neun Uhr aus dem Bett. Weil von der Kirsch-Sahne-Torte noch etwas übriggeblieben war, gab es am Nachmittag noch einmal Kaffee und zwei Stücke Torte für jeden. Das Abendessen fiel dafür wieder leichter aus: Putenschnitzel natur mit einem großen Salatteller – genau die richtige Balance nach dem Genuss am Nachmittag.

    Am Abend stand dann die Heimreise an. Als wir gegen 23 Uhr ankamen, zeigte das Thermometer immer noch beeindruckende 27 Grad. Entsprechend unruhig verlief die Nacht. Hoffen wir einmal, dass die kommenden Nächte etwas angenehmer werden.

    Die eigentliche Überraschung wartete jedoch heute Morgen auf der Waage: Trotz des Geburtstagswochenendes setzt sich die Gewichtsabnahme fort. Fast ein Kilogramm weniger innerhalb einer Woche – das ist immer noch ein erstaunlich gutes Tempo. Wieder einmal bestätigt sich für mich, dass Abnehmen nicht bedeutet, auf alles verzichten zu müssen. Entscheidend ist die Balance über einen längeren Zeitraum und nicht das einzelne Stück Kuchen auf einer Familienfeier.

    Nun stehen die nächsten beiden Wochenenden ganz im Zeichen von Richtereinsätzen. Das wird sicherlich anstrengend, aber ich bin optimistisch. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass ich meinen Weg gefunden habe und auch besondere Anlässe mich nicht aus der Spur bringen. Deshalb blicke ich den kommenden Herausforderungen zuversichtlich entgegen. Schritt für Schritt geht es weiter – und das mit Genuss statt Verzicht. 😊

  • Sechs Wochen…

    und endlich sehe ich den Unterschied

    Die Vorher-/Nachher-Aufnahmen zeigen es deutlich: Ich habe an Umfang und Gewicht verloren. Lange Zeit habe ich die Veränderungen eher auf der Waage gesehen als im Spiegel. Deshalb möchte ich die Bilder auch zu diesem Beitrag teilen – sie machen sichtbar, was mir selbst im Alltag oft gar nicht so aufgefallen ist.

    Die ersten sechs Wochen meiner Abnehmreise liegen nun hinter mir. Rückblickend bin ich stolz darauf, wie diszipliniert ich in dieser Zeit geblieben bin. Die gefürchteten Süßigkeitsorgien sind ausgeblieben, und ich habe gelernt, bewusster mit Genuss umzugehen.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass ich auf alles verzichtet habe. Ganz im Gegenteil: Ich habe mir immer wieder kleine Dinge gegönnt und sie ohne schlechtes Gewissen genossen. Mal ein alkoholisches Getränk bei einer schönen Gelegenheit, mal ein erfrischendes Eis an einem warmen Tag oder auch ein Stück leckeren Kuchen. Der Unterschied war, dass diese Ausnahmen bewusste Entscheidungen waren und nicht aus Gewohnheit oder Frust entstanden.

    Mittlerweile habe ich fast zehn Kilogramm verloren – eine Zahl, über die ich mich natürlich sehr freue. Dennoch ertappte ich mich immer wieder dabei, vor dem Spiegel zu stehen und zu denken: „So viel hat sich doch gar nicht verändert.“ Vielleicht kennt ihr das auch. Man sieht sich jeden Tag und bemerkt deshalb die kleinen Veränderungen oft nicht.

    Was mir allerdings aufgefallen ist: Die Gewichtsabnahme hinterlässt auch ihre Spuren. Die Fältchen im Gesicht sind etwas sichtbarer geworden. Das ist vielleicht nicht unbedingt der Effekt, den man sich wünscht, gehört aber für mich momentan einfach dazu.

    Heute habe ich deshalb erneut Fotos gemacht und sie direkt mit den Aufnahmen von vor sechs Wochen verglichen. Und plötzlich war er da – dieser Moment der Erkenntnis. Die Unterschiede sind deutlich sichtbar. Die Körperform hat sich verändert, die Kleidung sitzt anders.

    Dieser Vergleich hat mir noch einmal gezeigt, dass sich Durchhalten lohnt. Oft nehmen wir unsere Fortschritte selbst kaum wahr, obwohl sie längst sichtbar sind. Umso wichtiger sind solche Momentaufnahmen, die uns vor Augen führen, wie weit wir bereits gekommen sind.

    Für mich ist das eine große Motivation, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Die ersten sechs Wochen sind geschafft, fast zehn Kilogramm sind verschwunden, und ich fühle mich bestärkt, weiterzumachen.

    Nun heißt es: Dranbleiben, Schritt für Schritt weitermachen und die nächsten Ziele ins Visier nehmen.

    Links: Start meiner Abnehmreise vor sechs Wochen.
    Rechts: Heute.
    Fast 10 Kilogramm liegen zwischen diesen beiden Bildern – und endlich sehe ich selbst, was sich verändert hat.

  • Frühsport

    … für die Mantrailer

    In den letzten Wochen musste das Mantrailing-Training in unserem Verein aufgrund der sommerlichen Hitze leider häufig ausfallen. Deshalb haben wir Trainer uns überlegt, zumindest einigen Teilnehmern eine Trainingseinheit in den frühen Morgenstunden anzubieten. Zunächst standen dabei die Teams im Fokus, die im Herbst eine Prüfung laufen möchten.

    Die besondere Herausforderung: Der Trail sollte als sogenannter Double-Blind-Trail ausgearbeitet werden. Das bedeutet, dass weder der Hundeführer noch die Begleitperson den Verlauf des Trails kennen. Beide müssen sich vollständig auf die Fähigkeiten des Hundes verlassen – ähnlich wie später in einer Prüfungssituation.

    Bis in die Haarspitzen motiviert standen daher am Samstagmorgen drei Teilnehmer mit ihren Hunden bereit, um einen Prüfungstrail zu absolvieren. Die Trails waren an eine MT1-Prüfung angelehnt: etwa 300 Meter lang und mit zwei Richtungswechseln versehen.

    Schnell zeigte sich, dass es durchaus etwas mit den Menschen – und damit auch mit den Hunden – macht, wenn niemand den Trailverlauf kennt. Ausnahmslos alle Teams verdattelten sich bereits an der ersten Kreuzung und mussten neu angesetzt werden. Offenbar überträgt sich eine gewisse Unsicherheit des Menschen unmittelbar auf den Hund.

    Ebenso zeigte sich, dass selbst die vergleichsweise angenehmen morgendlichen Temperaturen von rund 20 Grad für die Hunde durchaus fordernd waren. Die meisten Menschen empfinden diese Temperaturen noch als angenehm, doch für arbeitende Hunde sieht die Situation anders aus. Direkt über Asphaltflächen herrschen auf Nasenhöhe häufig deutlich höhere Temperaturen. Zudem beeinflussen Wärme, Sonneneinstrahlung und aufsteigende Luftströmungen die Verteilung der Geruchspartikel erheblich. Gerüche steigen auf, verwirbeln und verteilen sich anders als bei kühlem Wetter, was die Nasenarbeit deutlich anspruchsvoller macht.

    Am Ende hatten jedoch alle Teams Erfolg und fanden ihre Versteckperson. Für uns Trainer waren die Trails äußerst aufschlussreich, denn sie zeigten sehr deutlich, worauf wir in den kommenden Wochen im Training besonders achten müssen.

    Ganz zum Schluss durfte dann auch Sassy einen Prüfungstrail absolvieren. Da sie meistens etwas zu kurz kommt und deshalb nur unregelmäßig trailt, war ich sehr gespannt, wie sich die alte Lady schlagen würde.

    Auch ihr merkte man die sommerlichen Temperaturen an. Zwischendurch nahm sie immer wieder den Kopf hoch und suchte mit den Augen nach Orientierung. Solche Kopfbewegungen sind beim Trailen nichts Ungewöhnliches: Hunde wechseln je nach Geruchslage zwischen Boden- und Luftwitterung und versuchen dabei, die für sie besten Informationen aufzunehmen.

    Trotzdem arbeitete Sassy konzentriert und ruhig weiter. Ohne größere Abweichungen fand sie schließlich ihre Versteckperson. Sichtlich müde, aber mit sich und der Welt zufrieden, trat sie nach einer großen Schüssel Belohnung den Rückweg zum Auto an.

    Dabei wird einmal mehr deutlich, welche Leistung unsere Hunde beim Trailen vollbringen. Ein Hund verfügt – je nach Rasse – über bis zu 300 Millionen Geruchsrezeptoren und verarbeitet Gerüche in einem Gehirnbereich, der im Verhältnis deutlich größer ist als beim Menschen. Die permanente Aufnahme, Bewertung und Unterscheidung von Gerüchen ist daher nicht nur körperliche, sondern vor allem auch intensive mentale Arbeit.

    Wieder in ihrer Box angekommen, ruhte Sassy erst einmal aus. Daran sieht man sehr schön, wie anstrengend konzentrierte Nasenarbeit für unsere Hunde sein kann.

    Zu Hause angekommen, durfte sie – stolz wie Oskar – den Rest des Tages entspannen. Und ich glaube, sie war mindestens genauso zufrieden mit sich wie ich mit ihr.

    🐾 Gut gemacht, Sassy! 🐾

  • Sommerabend in der Burg

    Gestern Abend stand ausnahmsweise einmal nicht der Hundeplatz auf dem Programm. Nein, diesmal spielten die Hunde nur eine Nebenrolle – Frauchen ging aus. Ganz ohne Vierbeiner.

    Gemeinsam mit einigen Mädels aus dem Hundeverein ging es zu den Burgfestspielen nach Dreieichenhain. Die Burgfestspiele gehören längst zu den festen Größen im südhessischen Kultursommer und locken jedes Jahr Tausende Besucher in die historische Kulisse der Burg Hayn. Dort werden über mehrere Wochen hinweg Konzerte, Theater, Kabarett und vieles mehr unter freiem Himmel aufgeführt.

    Kurzentschlossen ließ ich das Auto in der Tiefgarage stehen und machte mich mit dem eRoller auf den knapp zehn Kilometer langen Weg Richtung Dreieichenhain. Schon die Anfahrt an einem warmen Sommerabend war die richtige Entscheidung.

    An der Burg angekommen traf ich mich mit meiner Freundin, und bevor es kulturell wurde, überfielen wir erst einmal den Faselstall. Damit mich der Aperol Spritz nicht direkt aus den Latschen fegte, gab es für mich eine leckere Frikadelle mit Pommes. Beides war ausgesprochen gut, und der Aperol schmeckte bei den sommerlichen Temperaturen herrlich erfrischend.

    Leicht beschwingt stießen wir anschließend zu den anderen Mädels vom Hundeverein. Einen zweiten Aperol Spritz habe ich mir allerdings verkniffen – man möchte schließlich noch wissen, wie die Geschichte ausgeht. 😉

    Die Aufführung selbst fand vor der beeindruckenden Kulisse der Burg Hayn statt. Die ehemalige Stauferburg aus dem Mittelalter prägt bis heute das Stadtbild von Dreieichenhain und sorgt besonders bei Abendveranstaltungen für eine ganz besondere Atmosphäre.

    Image by lapping from Pixabay

    Auf dem Programm stand ausgerechnet „Romeo und Julia“ von William Shakespeare – eigentlich eher schwere Kost. Doch die Inszenierung war modern, überraschend frisch und sprach ganz offensichtlich auch ein jüngeres Publikum an. Wir haben jede Minute genossen.

    Besonders Daniel Mandolini sorgte mit seinem Beatbox-Talent immer wieder für echte Aha-Momente. Dazu kam ein Ensemble, das mit viel Herzblut und Spielfreude auf der Bühne stand. So vergingen die gut zweidreiviertel Stunden fast wie im Flug.

    Irgendwann verschwand die Sonne hinter den alten Mauern, und langsam kroch die Kälte auf die Tribüne. Der frische Wind sorgte für die eine oder andere Gänsehaut. Mein zu Hause sorgsam bereitgelegtes Jäckchen befand sich allerdings exakt dort, wo ich es zurückgelassen hatte: zu Hause. 😊

    Der Rückweg mit dem Roller war eigentlich schnell geschafft. Das Stück zwischen Offenthal und Urberach hatte allerdings durchaus das Potenzial für einen kleinen Gruselfilm. Der von Wurzeln durchzogene Weg führte lange durch die dunkle Nacht, vorbei am Waldrand und entlang der Bahnlinie. Das Licht meines Rollers bemühte sich redlich, den Weg auszuleuchten, hatte gegen die Finsternis aber nur mäßigen Erfolg.

    Nach etwa 25 Minuten erreichte ich jedoch unversehrt mein Ziel.

    Zu Hause angekommen wurde ich von den Hunden begrüßt, als wäre ich mindestens drei Wochen auf Weltreise gewesen. Nach ein paar ausgiebigen Streicheleinheiten fiel ich schließlich glücklich und müde ins Bett.

    Manchmal braucht es gar keine große Reise – ein Sommerabend mit Freunden, etwas Kultur, ein Aperol Spritz und eine alte Burg reichen vollkommen aus, um den Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. 🍹🏰🐾

  • Startschuss Etappe 2

    Auf dem Weg zu U80 – die Reise geht weiter

    Ich habe inzwischen die 84-Kilogramm-Marke deutlich unterschritten. Die Abnehmspritze liegt übrigens immer noch ungeöffnet im Kühlschrank. Das Verfallsdatum ist mit April 2027 angegeben – ich kann sie also noch eine ganze Weile aufbewahren.

    In den nächsten drei bis vier Wochen sollte ich mir Gedanken darüber machen, womit ich mich nach dem Erreichen des nächsten Etappenziels belohne. Dass dieses Abenteuer so schnell voranschreitet, hätte ich zu Beginn meiner Abnehmreise wirklich nicht erwartet.

    Die Belohnung „neues Radio mit Apple CarPlay fürs Wohnmobil“ für das Erreichen meines ersten Etappenziels ist bereits in Arbeit. Dazu werde ich natürlich berichten, sobald es etwas Neues gibt.

    Aber es ist nicht nur alles eitel Sonnenschein. Gestern hatte ich mit Emmi Agility-Training. Meine Knie haben sich dabei leider nicht von ihrer besten Seite gezeigt. Allerdings schiebe ich das einfach auf das vergangene, sehr anstrengende Wochenende. Zwei Tage Turnier im eigenen Verein gehen an meiner Klappratur – auch bekannt als Skelett – nicht spurlos vorbei.

    Für das kommende Wochenende haben wir uns deshalb nicht viel vorgenommen. Mantrailing am Samstagvormittag, mit nur drei bis vier Teams – mehr steht nicht auf dem Programm.

    Am Sonntag gäbe es zwar noch die Möglichkeit, auf ein Agility-Turnier zu fahren, aber das entscheide ich spontan. Es hängt ein bisschen davon ab, wie ich mich fühle und welche Temperaturen uns erwarten.

    Im Moment ist es wohl die bessere Idee, auf meinen Körper zu hören und die richtige Balance zwischen Aktivität und Erholung zu finden. Schließlich möchte ich die nächsten Ziele genauso gesund erreichen wie die bisherigen.

    😊 U80 … ich komme …