Gewicht

Das Thema Gewicht begleitet mich tatsächlich schon mein ganzes Leben.

Schon als Teenager war ich eher „moppelig“. Bei uns gehörten Kuchen und Süßigkeiten einfach dazu, und ein für mich passendes Gewicht konnte ich eigentlich nur in Phasen erreichen, in denen ich sehr aktiv war und viel Sport gemacht habe.

Meine erste bewusste Diäterfahrung hatte ich dann mit Ende 20.

Ich begann, Kalorien zu zählen – und nahm damit auch sehr erfolgreich ab. Um den gefürchteten Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, steigerte ich meine Kalorienzufuhr langsam wieder. Anfangs funktionierte das sogar erstaunlich gut.
Doch irgendwann geriet ich in einen Kreislauf, aus dem ich kaum noch herauskam:
Zeigte die Waage morgens 100 Gramm mehr, wurde an diesem Tag streng kontrolliert. Waren es am nächsten Tag 400 Gramm weniger, war die Erleichterung groß. Ging das Gewicht danach wieder leicht nach oben, begann alles von vorn.
Ein ständiges Auf und Ab – nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf.
Am Ende wog ich bei einer Größe von 168 cm nur noch knapp 48 Kilogramm.
Und mit diesem Tiefpunkt kamen auch die ersten gesundheitlichen Probleme: Schwindel, Schwäche, ein Körper, der nicht mehr richtig mitspielte.
Irgendwann zog ich die Reißleine, verbannte die Waage aus meinem Leben und nahm wieder zu – auf etwa 55 Kilogramm. Dieses Gewicht konnte ich rund fünf Jahre lang stabil halten.

Doch dann kam eine Phase, in der vieles zusammenkam: hohe berufliche Belastung, ein sehr voller Alltag und schließlich die Krebserkrankung meiner Mutter.

Der emotionale Stress brachte meine Routinen aus dem Gleichgewicht – und ich rutschte wieder in ein unkontrolliertes, oft auch emotionales Essverhalten.
Das Gewicht stieg langsam, aber stetig, bis ich bei etwa 80 Kilogramm angekommen war.
Wieder kam der Punkt, an dem ich etwas verändern wollte.
Ich startete mit einer Fastenzeit von fast vier Wochen. Und so überraschend es vielleicht klingt: Es fiel mir nicht schwer. Im Gegenteil – ich fühlte mich energiegeladen, klar und motiviert. Die purzelnden Kilos taten ihr Übriges, und ich nahm mir viel Zeit für eine bewusste Aufbauphase.
Am Ende war ich wieder bei Kleidergröße 36 angekommen – und konnte dieses Gewicht etwa drei Jahre lang halten.

Doch auch dieses Gleichgewicht war nicht von Dauer.

Die Zunahme kam schleichend zurück. Ich versuchte immer wieder gegenzusteuern, mal mit einer Fastenwoche, mal mit mehr Disziplin im Alltag – aber es fehlte die Konstanz.
Der Job forderte viel, der Hundesport füllte jede freie Minute, und irgendwo blieb ich selbst dabei auf der Strecke.
Schließlich erreichte ich einen neuen Höchststand von 88 Kilogramm.
Als mein Arbeitgeber schließlich das Programm „Weight Watchers at Work“ anbot, ergriff ich die Chance sofort.
Und wieder zeigte sich: Abnehmen fällt mir nicht schwer, wenn ich einmal im richtigen Modus bin. Die Kilos purzelten, und bald war ich wieder bei etwa 55 Kilogramm angekommen – bei Kleidergröße 38, die sich für mich richtig und gesund anfühlte.
Mehr wollte ich gar nicht abnehmen – auch, weil ich merkte, dass es meinem Körper irgendwann nicht mehr guttat. Ohne gezieltes Krafttraining zeigten sich erste Veränderungen wie Falten an Bauch und Hals.
Dieses Gewicht konnte ich – mit Schwankungen zwischen 55 und 65 Kilogramm – bis kurz vor Corona halten.

In den folgenden drei Jahren verlor ich mein Ziel wieder etwas aus den Augen und ignorierte die bekannten Warnsignale – oder, wie ich es gern nenne, die kleinen Geister im Kleiderschrank, die meine Kleidung enger werden ließen.
Der Wendepunkt kam 2021 während eines Urlaubs in der Uckermark. Mit der Weight Watchers App startete ich erneut durch und konnte mein Gewicht wieder relativ entspannt von etwa 80 kg auf 70 kg reduzieren.

Doch dann begann wieder alles von vorn.

Zuerst waren es 75 Kilogramm.
Ich redete mir ein, dass ein paar Kurven mit zunehmendem Alter doch ganz normal seien. Dann wurden daraus 80 Kilogramm – und plötzlich passte kaum noch etwas im Kleiderschrank.
Es gab Phasen, in denen das Gewicht stagnierte, aber auch immer wieder Zeiten, in denen es weiter nach oben ging. Und ich stellte fest: Es wurde immer schwieriger, einfach „mal eben“ ein paar Wochen auf die Ernährung zu achten und ein paar Kilo zu verlieren.
Die Motivation war da – zumindest am Anfang. Doch schon nach zwei Wochen reichte oft ein kleiner Ausrutscher oder Stillstand auf der Waage, und ich fiel wieder in alte Muster zurück.
Im Durchschnitt nahm ich etwa fünf Kilogramm pro Jahr zu.
Bis ich schließlich im Herbst 2025 bei einem neuen Höchststand angekommen war:
92 Kilogramm.

Und genau hier beginnt nun ein neues Kapitel.

Kein Neustart mit Druck oder Perfektion – sondern ein bewusster, ehrlicher Weg zurück zu mir selbst.
Mit allem, was dazugehört: Motivation, Zweifel, kleine Erfolge und auch Rückschläge.

Dieses Mal möchte ich es anders machen.
Nicht schneller, nicht strenger, nicht perfekter – sondern nachhaltiger. Schritt für Schritt, mit mehr Verständnis für meinen Körper und für die Muster, die mich so lange begleitet haben.

Ich weiß inzwischen: Es geht nicht nur ums Abnehmen.
Es geht darum, Gewohnheiten zu verändern, Grenzen zu erkennen und besser auf mich zu achten.

Wie dieser Weg konkret aussieht, welche Fortschritte ich mache – und wo es vielleicht auch einmal hakt –, halte ich auf der folgenden Seite fest.

Abnehmreise – Neue Wege

Dort dokumentiere ich Woche für Woche meinen Weg – offen, ehrlich und ohne Beschönigung.