• Bretagne 2.0 – Die Küste

    Bretagne 2.0 – Immer der Küste entlang! 🇫🇷🚐🌊🐾

    Nachdem wir unsere etwas turbulente Anreise überstanden hatten, konnte unser Bretagneurlaub nun endlich so richtig beginnen. Vor uns lagen wunderschöne Küstenlandschaften, malerische Orte, jede Menge Geschichte, viel Hundesport und natürlich das eine oder andere kleine Wohnmobilabenteuer.

    Und das Beste: Sassy und Emmi waren wieder fit und konnten unsere Unternehmungen endlich richtig genießen. ❤️

    Locmariaquer – Sonne, Strand und ein Bad im Atlantik

    Unseren ersten richtigen Urlaubstag verbrachten wir noch in Locmariaquer. Und was soll ich sagen? Besser hätte er kaum sein können!

    Nach einer endlich wieder einigermaßen ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück wurde zunächst einmal Hundesport betrieben. Schließlich hatten wir nicht umsonst Rally-Obedience-Schilder und Hoops mit nach Frankreich geschleppt. 😁

    Am Nachmittag wagten Conny, Heike und ich dann tatsächlich ein Bad im Atlantik. Bei etwa 18 bis 19 Grad Wassertemperatur kostete das Hineingehen durchaus ein wenig Überwindung. Aber erst einmal drin, war es einfach herrlich!

    Auch Emmi und Sassy ließen es sich nicht nehmen, zu mir hinauszuschwimmen. Besonders bei Sassy war es wunderschön zu sehen, wie viel Lebensfreude unsere Seniorin nach den vergangenen Tagen wieder zeigte.

    Später erkundeten wir noch die Pointe de Kerpenhir, die Landspitze am Eingang des Golfs von Morbihan. Von hier bietet sich ein herrlicher Blick über das Wasser bis nach Port-Navalo.

    Natürlich durfte auch ein Gruppenfoto mit unserer elfköpfigen Hundeschar nicht fehlen. Dass dabei nicht alle gleichzeitig in die Kamera schauten, dürfte niemanden überraschen. 😂

    Den Abend verbrachten wir bei einem ausgiebigen gemeinsamen Essen, französischen Leckereien und dem einen oder anderen Gläschen. Anfang Oktober noch in kurzen Hosen draußen sitzen zu können, war schon etwas Besonderes.

    Und als wir später unter einem unglaublichen Sternenhimmel unsere letzte Hunderunde drehten, war endgültig klar: Wir waren im Urlaub angekommen!

    Von den Steinzeitgiganten in Carnac zur wilden Küste von Quiberon

    Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von Locmariaquer.

    Unser erstes großes Ziel waren die berühmten Steinreihen von Carnac. Tausende Menhire stehen hier seit rund 6.500 Jahren in erstaunlich regelmäßigen Reihen. Warum die Menschen der Jungsteinzeit diese gewaltigen Anlagen errichteten, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

    Wir erkundeten die Anlage bei einer schönen Wanderung und staunten nicht schlecht über die Dimensionen dieser steinzeitlichen Bauwerke.

    Anschließend ging es auf die Halbinsel Quiberon. Zunächst fuhren wir an der ruhigeren Ostseite entlang, vorbei an kleinen Häfen und geschützten Buchten. Im Süden wollten wir eigentlich an der Pointe du Conguel einen Spaziergang machen. Daraus wurde allerdings nichts.

    Quiberon hatte offenbar etwas gegen Wohnmobile. Höhenbegrenzungen und Verbotsschilder machten uns unmissverständlich klar, dass wir hier nicht erwünscht waren. 😡

    Also ging es weiter zur berühmten Côte Sauvage. Und die entschädigte uns für die verpasste Wanderung!

    Hier zeigt sich die Bretagne von ihrer wilden Seite: schroffe Felsen, tosende Brandung und der offene Atlantik, der mit aller Kraft gegen die Küste schlägt. Eine wunderschöne Strecke, die wir trotz fehlender Parkmöglichkeiten sehr genossen.

    Unser Tagesziel war Étel, wo wir auf einem Campingplatz direkt hinter den Dünen unterkamen. Nach einem Strandspaziergang gab es abends ein richtig leckeres Fischessen mit Flunder, Seezunge und Scholle.

    Ein Gewitter zwang uns zwar zum Umzug ins Zelt von Ute, aber unserem Appetit tat das keinen Abbruch. Und dank unserer Eisfee Heike gab es sogar noch Nachtisch. 😋

    Über Port-Louis und die Küstenwege nach Guidel

    Am nächsten Morgen führte uns unsere Reise zunächst über die beeindruckende Pont Lorois nach Port-Louis.

    Dort besichtigten wir die mächtige Zitadelle, die seit Jahrhunderten die Zufahrt zum Hafen von Lorient bewacht. Von den alten Festungsmauern boten sich fantastische Ausblicke auf die Bucht und die Küstenlandschaft.

    Nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel – Gert war bei Decathlon eindeutig erfolgreicher als ich – ging es weiter an die Küste.

    Bei der Pointe de Kerroc’h unternahmen wir eine wunderschöne Wanderung entlang felsiger Buchten, weiter Heideflächen und langer Sandstrände.

    Kurz vor unserem Ziel entdeckten wir außerdem das malerisch auf einer kleinen Felseninsel gelegene Fort Bloqué.

    Unser Campingplatz bei Guidel bescherte uns zunächst ein kleines Platzproblem. Wir sollten auf weit auseinanderliegenden Stellplätzen untergebracht werden. Aber Ute verhandelte erfolgreich, und so durften wir schließlich auf einem großen freien Feld unsere vier Wohnmobile zu einer gemütlichen kleinen Wagenburg zusammenstellen.

    Für Unterhaltung sorgten am Abend die französischen Marineflieger, die regelmäßig über unseren Köpfen ihre Runden drehten. Zum Glück kehrte später Ruhe ein.

    Pont-Aven – Künstlerromantik und bretonische Küstenidylle

    Unser nächster Reisetag führte uns nach Pont-Aven, das durch den Maler Paul Gauguin und die gleichnamige Künstlerkolonie berühmt wurde.

    Bei einer etwa vier Kilometer langen Rundwanderung erkundeten wir das wunderschöne Städtchen mit seinen alten Mühlen, kleinen Steinbrücken und dem Flüsschen Aven, das sich malerisch zwischen Granitfelsen und historischen Häusern hindurchschlängelt.

    Ein wirklich zauberhafter Ort, an dem wir aus dem Fotografieren kaum herauskamen!

    Weiter ging es zur Pointe de Trévignon mit ihrem kleinen Fischerhafen, den Felsen und herrlichen Ausblicken auf den Atlantik.

    Die Suche nach unserem nächsten Übernachtungsplatz wurde anschließend allerdings etwas abenteuerlich. Der ursprünglich ausgesuchte Campingplatz hatte inzwischen sämtliche Stellplätze durch Mobilheime ersetzt. Ein weiterer Platz war bereits geschlossen.

    Willkommen in der Bretagne im Oktober! 😂

    Zum Glück fand Ute noch einen einfachen Stellplatz in Küstennähe. Ohne Strom und Entsorgung, dafür mit ausreichend Platz für unsere vier Wohnmobile.

    Und damit war die Welt wieder in Ordnung.

    Richtung Pointe du Raz – Urlaub zwischen Dünen und Hundesport

    Inzwischen merkten wir deutlich, dass die touristische Saison ihrem Ende entgegenging. Immer mehr Campingplätze hatten bereits geschlossen und auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten wurden seltener.

    Nach einem entsprechenden Zwischenstopp in Pont-l’Abbé ging es weiter in Richtung Pointe du Raz.

    Unser Quartier für die nächsten beiden Nächte wurde der Camping Municipal de Kermaléro in Primelin. Hier wurden wir ausgesprochen freundlich empfangen und durften uns sogar schon vor Öffnung der Rezeption einrichten.

    Und dann ließen wir es tatsächlich einmal etwas ruhiger angehen.

    Wobei „ruhig“ bei unserer Reisegruppe natürlich relativ ist. 😁

    Neben gemütlichen Kaffeerunden und gemeinsamen Abendessen wurden selbstverständlich auch wieder die Rally-Obedience-Schilder und Hoops ausgepackt. Schließlich stand für einige unserer Hunde nach dem Urlaub noch ein Turnier auf dem Programm.

    Besonders schön war unsere ausgedehnte Küstenwanderung am nächsten Tag. Der Wanderweg führte durch eine herrliche Landschaft mit Felsen, kleinen Buchten und immer wieder neuen Ausblicken auf den Atlantik.

    Wir waren fast völlig allein unterwegs und genossen die Ruhe und die frische Meeresluft.

    Als wir später wieder am Strand ankamen, hatte die Flut das Wasser zurückgebracht. Für unsere Hunde gab es nun kein Halten mehr!

    Besonders Sassy hatte ihren Spaß. Unsere Seniorin ließ sich von den Wellen Richtung Strand tragen und sah dabei fast aus, als würde sie surfen. ❤️

    Solche Momente sind für mich nach den Sorgen zu Beginn unserer Reise einfach unbezahlbar.

    Und weil wir offenbar immer noch nicht genügend Bewegung hatten, folgte am Nachmittag noch eine ordentliche Portion Hundesport.

    Urlaub ist schließlich keine Ausrede, um das Training schleifen zu lassen! 😂

    Auf die Halbinsel Crozon – wilde Felsen und historische Dörfer

    Schließlich ging unsere Reise weiter auf die Halbinsel Crozon, einen der landschaftlich beeindruckendsten Teile der Bretagne.

    Unterwegs machten wir zunächst Halt in Locronan, einem der schönsten historischen Dörfer Frankreichs.

    Mit seinen alten Granithäusern, kopfsteingepflasterten Gassen und der imposanten Kirche Saint-Ronan wirkt der Ort wie aus einer anderen Zeit. Wir schlenderten gemütlich durch die Straßen und genossen die besondere Atmosphäre.

    Weiter ging es über die außergewöhnliche Pont de Térénez, eine elegant geschwungene Schrägseilbrücke über die Aulne.

    Unser nächstes Ziel war die Pointe de Dinan. Hier erwartete uns eine spektakuläre Felsküste mit steilen Klippen, wilden Wellen und dem berühmten natürlichen Felsentor Château de Dinan.

    Bei einer kleinen Rundwanderung genossen wir die beeindruckenden Ausblicke. Auch der einsetzende Nieselregen konnte daran nicht viel ändern.

    Unser Tagesziel war schließlich Camaret-sur-Mer.

    Die Ankunft auf dem Campingplatz gestaltete sich allerdings wieder einmal etwas komplizierter als gedacht. Die Rezeption war sonntags geschlossen und die Einfahrtsschranke ließ sich ohne Reservierung nicht öffnen.

    Mit etwas Improvisation und Unterstützung vor Ort gelangten wir schließlich doch noch auf den Platz. Unsere vier Wohnmobile fanden schöne Stellplätze und wir konnten uns für die nächsten Tage einrichten.

    Camaret-sur-Mer – auf den Spuren der Küstenverteidiger

    Unser letzter voller Urlaubstag auf der Halbinsel Crozon begann ziemlich grau.

    Eigentlich hatte der Regen aufgehört, dafür steckten wir nun mitten in den Wolken. Feine Wassertröpfchen schwebten durch die Luft und die Sonne hatte keine Chance, sich durchzusetzen.

    Trotzdem machten wir uns auf den Küstenwanderweg.

    Unser Weg führte uns vorbei an alten militärischen Befestigungen, darunter dem Corps de Garde, einem ehemaligen Feuerleitstand und den Verteidigungsanlagen an der Pointe du Toulinguet.

    Diese Bauwerke erinnern an die strategische Bedeutung der Küste, die über Jahrhunderte den Zugang zum wichtigen Kriegshafen Brest schützen sollte.

    Normalerweise dürfte man von hier fantastische Ausblicke auf den Atlantik haben.

    Normalerweise.

    Wir hörten das Meer zwar unter uns rauschen, sehen konnten wir davon allerdings herzlich wenig. 😂

    Die berühmte Pointe de Pen-Hir mit ihren markanten Felsen, den Tas de Pois, ließen wir deshalb aus. Ein Aussichtspunkt ohne Aussicht ist eben nur halb so schön.

    Dafür hatte die nebelverhangene Landschaft ihren ganz eigenen, fast mystischen Reiz.

    Am Nachmittag gab es noch eine Runde Rally Obedience, während andere aus unserer Gruppe den Hafen von Camaret erkundeten. Dort befinden sich unter anderem die historische Kapelle Notre-Dame de Rocamadour, der bekannte Schiffsfriedhof und der Vauban-Turm, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

    Abends kamen wir wieder alle zusammen und ließen uns Garnelen, Muscheln, Seelachs und Leng schmecken.

    Ein schöner Abschluss unserer Tage an der bretonischen Küste!

    Unser Fazit – Bretagne, du hast uns wieder begeistert! ❤️

    Inzwischen liegen viele wunderschöne Kilometer entlang der bretonischen Küste hinter uns.

    Wir haben historische Dörfer entdeckt, jahrtausendealte Steinreihen bestaunt, wilde Felslandschaften erkundet, im Atlantik gebadet und unzählige Kilometer mit unseren Hunden zurückgelegt.

    Wir haben trainiert, gelacht, fotografiert, gekocht, geschlemmt und immer wieder spontan unsere Pläne geändert.

    Und natürlich haben wir festgestellt, dass die Bretagne im Oktober ihre ganz eigenen Herausforderungen bereithält. Geschlossene Campingplätze, fehlende Entsorgungsmöglichkeiten, Höhenbegrenzungen und gelegentlich etwas eigenwilliges Wetter gehören eben auch dazu.

    Dafür wurden wir mit einer wunderbaren Ruhe, fast menschenleeren Stränden, traumhaften Wanderwegen und immer wieder herrlichen Ausblicken belohnt.

    Ganz besonders freue ich mich darüber, wie gut sich Sassy und Emmi erholt haben. Nach unserem schwierigen Reisestart ist es einfach wunderschön, beide wieder so ausgelassen und voller Lebensfreude zu erleben.

    Nun beginnt unsere Rückreise.

    Ob wir noch ein Stück der bretonischen Nordküste folgen oder uns quer durch das französische Landesinnere auf den Heimweg machen, ist noch nicht endgültig entschieden.

    Aber eines steht fest: Wir haben noch einige Urlaubstage vor uns, und die wollen wir genießen!

    Denn genau das macht für mich das Reisen mit dem Wohnmobil aus: Nicht immer alles bis ins kleinste Detail planen zu müssen, sondern auch einmal spontan zu entscheiden, wohin der Weg führt.

    Und solange wir unsere Hunde, gute Freunde und ein gemütliches Zuhause auf vier Rädern dabeihaben, kann eigentlich nicht viel schiefgehen.

    Wobei … diesen Satz sollte ich nach unserer bisherigen Reise vielleicht lieber nicht zu laut sagen. 😂

    Fortsetzung folgt – Bretagne 2.0 ist schließlich noch nicht zu Ende! 🇫🇷🚐🌊🐾❤️

  • Bretagne 2.0 – Anreise

    Bretagne 2.0 – Ein turbulenter Start mit Happy End! 🇫🇷🚐🐾

    Unsere zweite Bretagne-Reise begann alles andere als entspannt. Eigentlich wollten wir einfach nur mit unseren vier Wohnmobilen und unserer zwei- und vierbeinigen Reisegesellschaft Richtung Atlantik aufbrechen. Doch kurz vor der Abreise machte uns Sassy einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

    Ein heftiger Magen-Darm-Infekt mit hohem Fieber bescherte uns gleich mehrere Tierarztbesuche und schließlich einen langen Tag in der Tierklinik. Ultraschall, Röntgen, Blutuntersuchungen und jede Menge Sorgen inklusive.

    Kaum konnten wir ein wenig aufatmen, übernahm allerdings Emmi die nächste Schicht. 🙈 Ausgerechnet mitten in Paris musste Gert einen spontanen Notstopp einlegen, weil das Fröschlein dringend ein stilles Örtchen brauchte. Und die erste Nacht bescherte mir dank Erbrechen und Durchfall Schlaf in homöopathischen Dosen.

    Aber immerhin: Die Zweibeiner waren auf dem Weg der Besserung, die Wohnmobile rollten und die Stimmung ließen wir uns nicht verderben! 😂

    Unseren Zwischenstopp auf dem Weg in die Bretagne legten wir in Courville-sur-Eure ein.

    Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Bretagne. Unser erster Halt führte uns in den sagenumwobenen Wald von Brocéliande, genauer gesagt ins Val sans Retour – das Tal ohne Wiederkehr.

    Hier soll einst die Fee Morgane untreue Liebhaber gefangen gehalten haben. Wir wagten trotzdem einen Spaziergang durch das verwunschene Tal, bestaunten den Goldenen Baum und versuchten uns an einem Gruppenfoto mit unserer zahlreichen Hundeschar. Dass dabei nie alle gleichzeitig in die Kamera schauten, versteht sich wohl von selbst. 😂

    Und dann war es endlich so weit: Locmariaquer – wir hatten den Atlantik erreicht! 🌊

    Unser Stellplatz lag direkt hinter den Dünen, nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Kaum waren die Wohnmobile abgestellt, zog es uns natürlich ans Meer.

    Endlich wieder Sand unter den Füßen, salzige Luft in der Nase und glückliche Hunde, die ausgelassen über den Strand tobten. Besonders schön war es, Sassy und Emmi wieder so munter zu erleben. Nach den Sorgen der vergangenen Tage war das für mich der schönste Moment unserer Anreise. ❤️

    Den Abend ließen wir in gemütlicher Runde ausklingen. Auf Connys neuem Elektrogrill brutzelten Schellfisch und Jakobsmuscheln, dazu gab es Baguette, Käse, Salat und allerlei französische Leckereien.

    Unser Fazit der Anreise?

    Tierklinik, Sorgen, Schonkost, ungeplante Gassipausen, schlaflose Nächte, ein verwunschener Wald und schließlich ein wunderschöner Sonnenuntergang am Meer.

    Nicht unbedingt der Start, den wir uns vorgestellt hatten. Aber langweilig wird es bei uns bekanntlich nie! 😃

    Das Wichtigste: Unsere beiden Mädels sind auf dem Weg der Besserung, wir sind mit unseren Freunden gut angekommen und vor uns liegen zwei Wochen Bretagne mit hoffentlich vielen schönen Erlebnissen.

    Bretagne 2.0 – das Abenteuer hat begonnen! 🇫🇷🚐🌊🐾❤️

  • Fröschlein überrascht
    Rally Obedience Turnier in Waldacker und Fröschlein überrascht auf ganzer Linie

    Nach unserem Rally-Obedience-Turnier im April hatte ich die glorreiche Schnapsidee, auch einmal mit Emmi zu starten. Zwischen April und September lagen schließlich ganze fünf Monate. Das klang nach reichlich Zeit, um dem Fröschlein Rally Obedience beizubringen.

    Theoretisch.

    Im Juni schafften wir es dann tatsächlich erstmals ins Training. Leider hatte Emmi offensichtlich nicht verstanden, dass Rally Obedience etwas mit Schildern zu tun hat. Stattdessen präsentierte sie mir ihr komplettes Repertoire: Hüpfen, Drehen, Quatsch machen und vermutlich auch Dinge, die ich bis dahin noch nie bei ihr gesehen hatte. Es war beeindruckend. Nur eben nicht rallytauglich.

    Mit Heike und Jasmin lief sie deutlich besser. Allerdings nur dann, wenn ein Keks quasi als optische Führungshilfe direkt vor Emmis Nase schwebte. Daraus zog ich den fachlich fundierten Schluss, dass Hopfen und Malz anscheinend nicht ganz verloren waren.

    Danach kam der Sommer. Es war entweder zu heiß, wir waren anderweitig beschäftigt oder das Universum hatte einfach beschlossen, dass Training überbewertet wird. Das Turnier rückte jedenfalls immer näher, während unser Trainingsstand eher überschaubar blieb.

    Anfang September schafften wir es dann endlich wieder auf den Platz. Es wurde tatsächlich etwas besser. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem Emmi beschloss, die Seite zu wechseln, zwischen meinen Beinen hindurchzutauchen oder spontan eigene Übungen zu erfinden. Da trug ich mich ernsthaft mit dem Gedanken, die Meldung wieder zurückzuziehen.

    In den letzten Tagen vor dem Turnier traf ich mich noch zweimal mit Jasmin. Wir wollten herausfinden, ob ein Start überhaupt eine halbwegs vernünftige Idee wäre.
    Mit einem Keks in der Hand lief Emmi überraschend ordentlich.
    Ohne Keks lief Emmi überraschend kreativ.

    Also beschlossen wir, es einfach zu riskieren. Mein Notfallplan war simpel: Wenn alles auseinanderfliegt, ziehe ich einen Keks aus der Tasche und bringe den Lauf wenigstens ordentlich zu Ende. Die Wertung wäre dann zwar dahin gewesen, aber der Hund wäre glücklich gewesen. Und sind wir ehrlich: dem Hund ist das Ergebnis ziemlich egal.

    Tag 1 – Samstag

    Und ich kann es direkt vorwegnehmen:
    Den Keks brauchte ich nicht.

    Diese kleine Kröte marschierte tatsächlich in den Ring und zauberte einen Vorzüglich-Lauf aufs Parkett. Zweimal einen kleinen Abzug für schräges Sitzen gab es, ein Doppelkommando war ebenfalls dabei und aus dem Platz wurde etwas voreilig wieder aufgestanden. Macht zusammen acht Punkte Abzug.
    Trotzdem reichte es in der Beginnerklasse für Platz 4.

    Sassy startete anschließend in Klasse 1. Auch ihr Trainingspensum hätte man höflich als „minimalistisch“ bezeichnen können. Glücklicherweise verfügt Sassy über die praktische Eigenschaft, Dinge manchmal einfach zu können, ohne dass man damit rechnen konnte.
    Auch für sie sprang Platz 4 heraus.

    Tag 2 – Sonntag

    Am Sonntag durfte zunächst Sassy ran.
    Sie wirkte ein wenig müde und hatte gelegentlich die Bearbeitungsgeschwindigkeit eines älteren Computers. Besonders beim Hinsetzen schien sie manches Kommando erst gründlich analysieren zu wollen. Dafür sammelten wir einige Abzüge wegen zögerlicher oder schiefer Positionen.
    Am Ende standen trotzdem sehr erfreuliche 94 Punkte auf dem Wertungsbogen – und damit Platz 3.

    Zum Schluss war die Beginnerklasse an der Reihe.
    Direkt nach der Parcoursbegehung öffnete der Himmel allerdings sämtliche vorhandenen Schleusen. Das Wetter war der Meinung, Rally Obedience ließe sich hervorragend mit einer kostenlosen Dusche kombinieren.
    Emmi sah das erstaunlich entspannt und entpuppte sich als äußerst wetterfest.
    Während andere vielleicht über das Wetter nachgedacht hätten, arbeitete die kleine Kröte konzentriert ihre Schilder ab. Sie kassierte lediglich einen Punkt Abzug für schräges Sitzen.
    Für weitere fünf Punkte Abzug sorgte dagegen Frauchen höchstpersönlich. Auf dem Zusatzschild nach dem Vorsitz stand nämlich eindeutig „weiter“. Ich hielt es jedoch für eine hervorragende Idee, Emmi noch einmal sitzen zu lassen. Der Leistungsrichter sah das allerdings anders.
    Trotzdem war ich wirklich baff, wie gut Emmi nach den wenigen und teilweise ausgesprochen chaotischen Trainingseinheiten lief. Wieder gab es ein Vorzüglich und diesmal sogar Platz 3 in der Beginnerklasse.
    Wenn mir davor jemand gesagt hätte, dass Emmi zwei Vorzüglich-Läufe zeigt, hätte ich vermutlich laut gelacht.

    Die Mädels haben an diesem Wochenende jedenfalls ordentlich abgeliefert und die Futtervorräte ordentlich aufgefüllt.
    Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nun auch der Meinung sind, lebenslang Anspruch auf eine deutlich erhöhte Futterration zu haben.

  • Zielgerade
    … oder: Zwischenschritt drei von vier erreicht

    Es ist tatsächlich passiert: Ich sehe die 74 auf der Waage!
    Da musste ich zweimal hinschauen. Vor gerade einmal 16 Wochen stand da noch eine 92. Inzwischen sind es fast 18 Kilo weniger – fast 20 Prozent meines damaligen Körpergewichts.

    Wenn ich diese Zahlen so nebeneinanderschreibe, finde ich das selbst ziemlich unglaublich.
    Aber inzwischen sehe ich den Unterschied nicht mehr nur auf der Waage. Ich spüre ihn.
    18 Kilo weniger, die ich jeden Tag mit mir herumtrage. Beim Gehen, beim Treppensteigen, auf dem Hundeplatz, beim Bergauf- und Bergablaufen. Bewegungen fühlen sich leichter an, vieles ist weniger anstrengend und mein Körper fühlt sich einfach wieder mehr nach mir an.
    Und damit ist jetzt Zwischenschritt drei von vier geschafft! ✔︎

    Von Adipositas bis kurz vor Normalgewicht

    Auch die nüchternen Zahlen zeigen ziemlich deutlich, was sich in diesen 16 Wochen verändert hat.
    Bei 1,68 m Körpergröße bedeuteten meine 92 kg zu Beginn einen BMI von 32,6. Heute, mit 74,6 kg, liegt er bei 26,4.
    Nach der Einteilung der Weltgesundheitsorganisation beginnt Adipositas bei einem BMI von 30, Übergewicht bei 25. Damit habe ich den Bereich der Adipositas inzwischen deutlich hinter mir.
    Und jetzt kommt das für mich fast Unglaubliche:
    Das Normalgewicht ist tatsächlich in Sichtweite.
    Bei meiner Größe liegt die rechnerische Grenze bei ungefähr 70,5 kg.
    Noch vor 16 Wochen hätte sich diese Zahl für mich wahrscheinlich angehört wie ein Ziel irgendwo am Horizont. Jetzt fehlen nur noch wenige Kilo.

    Jetzt kommt der Schlussspurt

    Trotzdem – ein bisschen Ehrgeiz darf natürlich sein. 😉
    Die nächste große Marke ist klar: unter BMI 25 und damit offiziell raus aus dem Übergewicht.
    Noch rund vier Kilo.
    Das klingt plötzlich gar nicht mehr nach einem riesigen Ziel. Nach 18 verlorenen Kilos fühlt es sich eher an wie die Zielgerade.

    Wobei „Ziel“ wahrscheinlich das falsche Wort ist.
    Denn wenn ich eines in den vergangenen Wochen gelernt habe, dann, dass es nicht darum gehen kann, irgendwann eine bestimmte Zahl auf der Waage zu sehen und anschließend einen Haken hinter das Thema zu machen.
    Auch die Forschung zeigt, dass das Halten des erreichten Gewichts eine eigene Phase ist. Langfristig erfolgreiche Gewichtsabnahme bedeutet deshalb nicht nur abzunehmen, sondern Gewohnheiten zu finden, die sich auch danach dauerhaft in den Alltag integrieren lassen.
    Vielleicht ist das Normalgewicht deshalb gar nicht die Ziellinie.
    Vielleicht ist es einfach der Startpunkt für den nächsten Abschnitt meiner „Neuen Wege“.

    Aber heute denke ich noch nicht ans Halten.
    Heute freue ich mich erst einmal über die 74.
    Über 18 Kilo weniger.
    Über das, was mein Körper inzwischen wieder kann.
    Und darüber, dass ein Ziel, das vor 16 Wochen noch verdammt weit weg aussah, plötzlich zum Greifen nah ist.

  • Kleine Schritte, große Veränderungen

    Die Abnahme schreitet weiter voran. Nicht mehr so rasant wie in den ersten Wochen, aber dafür stetig und nachhaltig. Das ist mir ehrlich gesagt sogar ganz recht. Denn je langsamer und natürlicher sich die Veränderungen inzwischen anfühlen, desto mehr werden sie zu einem festen Bestandteil meines Alltags.

    Während sich meine Gedanken zu Beginn der Reise fast ausschließlich um gesunde Ernährung, Kalorien, Tracking, Recherchen und die ständige Frage drehten, ob ich alles richtig mache, hat sich das inzwischen spürbar verändert. Viele der neuen Gewohnheiten sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Ich denke kaum noch bewusst darüber nach. Ich lebe mein Leben und treffe automatisch andere Entscheidungen als noch vor einigen Monaten. Genau das war letztendlich immer das eigentliche Ziel.

    Am vergangenen Wochenende waren wir bei Gerts Eltern zu Besuch. Dort musste ich mich allerdings etwas umstellen, denn die Essenszeiten orientierten sich erwartungsgemäß nicht an meinem Hungergefühl, sondern an einem festen Tagesablauf. So gab es am Samstag kurz nach dem Mittagessen bereits Kaffee und Kuchen, und nur knapp drei Stunden später stand das Abendessen auf dem Tisch. Anschließend wurde noch gemütlich ein Glas Wein getrunken, begleitet von allerlei Knabbereien.

    Am Sonntag ging es gegen neun Uhr mit dem Frühstück weiter, und gefühlt kaum hatte ich dieses verdaut, wurde bereits das Mittagessen serviert. Den geplanten Nachmittagskuchen haben wir allerdings kurzerhand eingepackt und mit nach Hause genommen. Offenbar war mein Umgang mit den vielen Versuchungen dennoch recht vernünftig, denn die Waage zeigte heute Morgen erneut ein kleines Minus an. Ich habe die Familienzeit also genießen können, ohne gleich über die Stränge zu schlagen. Genau darin liegt vermutlich einer der größten Fortschritte: nicht auf alles verzichten zu müssen und trotzdem erfolgreich zu bleiben.

    Doch nicht nur auf der Waage zeigen sich die Veränderungen.

    Mein Blutdruck hat sich in den letzten Monaten hervorragend entwickelt. Inzwischen liegt er konstant um oder sogar unter 120/80 mmHg. Deshalb habe ich mich vergangene Woche dazu entschieden, mein Blutdruckmedikament erneut zu reduzieren. Gestartet bin ich seinerzeit bei 56 mg pro Woche. Zu Beginn meiner Abnehmreise ging es zunächst auf 44 mg herunter, sechs Wochen später auf 28 mg. Nach weiteren acht Wochen mit dieser Dosierung nehme ich nun nur noch 16 mg pro Woche. Sollte der Blutdruck weiterhin so stabil bleiben, könnte es tatsächlich möglich sein, die Medikamente gegen Ende des Jahres vollständig abzusetzen.

    Besonders beeindruckend finde ich auch die Entwicklung meines Ruhepulses. Vor meiner Abnehmreise lag dieser durchschnittlich bei etwa 65 Schlägen pro Minute. Mittlerweile bewegt er sich im Bereich von rund 53 Schlägen pro Minute. Das spricht nicht nur für die Gewichtsabnahme, sondern auch für eine spürbare Verbesserung der allgemeinen Fitness und Herz-Kreislauf-Gesundheit. Wenn ich meine Ausdauer in den kommenden Monaten weiter steigern kann, wird sich hier möglicherweise noch etwas mehr tun.

    Auch meine Knie bedanken sich zunehmend für jedes verlorene Kilogramm. Das macht sich mittlerweile an vielen Stellen bemerkbar. Neben dem inzwischen weitgehend schmerzfreien Rennen im Agility-Parcours wird auch das normale Spazierengehen immer angenehmer.

    Am Wochenende stand eine rund neun Kilometer lange Wanderung auf dem Programm. Die erste Hälfte führte stetig bergauf, anschließend ging es dieselbe Strecke wieder hinunter. Bergauf hatte ich überraschenderweise keinerlei Probleme. Schwieriger waren vor allem die sehr steilen Abschnitte bergab. Mit Wanderstöcken ließ sich die Belastung jedoch deutlich reduzieren. Bei leichtem Gefälle lief es sogar erstaunlich gut, und wir waren mit einem durchaus flotten Tempo unterwegs. Vor einigen Monaten wäre das vermutlich noch eine ganz andere Geschichte gewesen.

    Bei meiner Schuppenflechte hatte ich insgeheim gehofft, dass sich die positive Entwicklung ebenfalls deutlicher bemerkbar macht. Bislang scheint sie sich allerdings weniger für gesunde Ernährung oder weniger Körpergewicht zu interessieren als vielmehr für den Faktor Stress. In entspannten Phasen klingen die Symptome weiterhin deutlich ab, während stressige Zeiten oftmals zu einer Verschlechterung führen. Immerhin bestätigt sich damit erneut, wie eng körperliche und psychische Gesundheit miteinander verbunden sind.

    Auch die Zahnsanierung macht erfreuliche Fortschritte. Die entdeckten Entzündungen wurden inzwischen vollständig behandelt. Die noch ausstehenden Termine dienen hauptsächlich der funktionellen und optischen Verbesserung. Gerade bei Zahngesundheit wird oft unterschätzt, welchen Einfluss sie auf das allgemeine Wohlbefinden haben kann. Umso schöner ist es, dass auch dieses Kapitel langsam, aber sicher abgeschlossen werden kann.

    Darüber hinaus bemerke ich viele kleinere Veränderungen, die sich kaum messen lassen, aber den Alltag dennoch erleichtern. Bewegungen fallen leichter, längere Strecken strengen weniger an, und ich erhole mich schneller nach körperlicher Belastung. Auch der Schlaf wirkt insgesamt erholsamer. Es sind oft genau diese kleinen Dinge, die einem zeigen, dass Gesundheit weit mehr ist als eine Zahl auf der Waage.

    Mein Fazit

    Wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke, hat sich bereits erstaunlich viel verändert. Die Gewichtsabnahme ist dabei nur der sichtbarste Teil der Entwicklung. Verbesserte Blutdruckwerte, ein niedrigerer Ruhepuls, belastbarere Knie, behandelte Entzündungen und viele neue Gewohnheiten zeigen, dass sich an zahlreichen Stellen etwas bewegt hat.

    Natürlich liegt noch ein Stück Weg vor mir. Aber inzwischen geht es längst nicht mehr nur um das Erreichen eines bestimmten Gewichts. Es geht darum, dauerhaft gesünder zu leben und die gewonnene Lebensqualität zu erhalten.

    Der Blick nach vorn

    Für die kommenden Monate wünsche ich mir vor allem eines: Konstanz. Keine spektakulären Sprünge, keine Rekorde, sondern viele kleine gute Entscheidungen, die sich am Ende zu etwas Großem summieren. Wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher, könnte ich möglicherweise auf Blutdruckmedikamente verzichten, meine Beweglichkeit weiter verbessern und vielleicht sogar meiner Schuppenflechte durch einen bewussteren Umgang mit Stress ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen.

    Rom wurde bekanntlich nicht an einem Tag erbaut. Aber Stein für Stein entstand etwas Großes. Genau daran werde ich weiterarbeiten.

    Das soll es für diesmal gewesen sein. 😊

  • Diamantenfieber-Cup
    Ein Diamant und ganz viel Agility-Gefühl

    Das vergangene Wochenende war nach langer Zeit mal wieder ein wunderbares Turnierwochenende in meiner Rolle als Starterin. Keine Helferdienste, keine organisatorischen Verpflichtungen, einfach nur Hundesport, nette Menschen und Camperleben. Mit Anreise am Freitag und Rückfahrt am Sonntag fühlte es sich fast wie ein kleiner Kurzurlaub an.

    Damit auch Sassy nicht zu kurz kommt, startete das Wochenende bereits am Freitag mit einem Hoopers-Turnier. Dafür musste ich schon vor dem Mittag in Richtung Neunkirchen aufbrechen. Auf dem Campingplatz angekommen, richtete ich mich erst einmal häuslich ein. Schließlich soll die Camperburg ja auch gemütlich sein. Am späten Nachmittag ging es dann auf das Turniergelände.

    Freitag: Hoopers mit Licht und Schatten

    Mit Emmi habe ich einen eigentlich fehlerfreien Lauf versemmelt. Ihre Startposition stimmte nicht ganz, und statt das vorher zu korrigieren, setzte ich bereits einen Fuß in den Führkreis. Also musste ich nachträglich eingreifen und wir kassierten eine Fehler. Soooo blöd! Danach lief Emmi fehlerfrei und wir haben einen Nuller erfolgreich verhindert.

    Bei Sassy hatte ich schon vor dem Start die Befürchtung, dass sie den Schlusshoop nicht finden würde. Sie sollte sich ausgerechnet an einer Tonne von mir weg ins Ziel lösen. Genau so kam es dann auch. Ich verließ den Führkreis und zeigte ihr den Schlusshoop, was natürlich ein „ohne Bewertung“ nach sich zog.

    Im zweiten Lauf lief Emmi am Starthoop vorbei. Auch das ging zum Teil auf meine Kappe. Nach der Korrektur arbeitete sie sehr ordentlich, nahm allerdings einen Hoop zu viel. Zunächst disqualifizierte uns die kurz verwirrte Leistungsrichterin, am Ende wurden daraus drei statt zwei Fehler. Aber ganz ehrlich: Das kann passieren.

    Sassy machte es im zweiten Lauf deutlich besser und zauberte einen wunderschönen Nuller auf den Platz. Sie lief wie auf Schienen und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Auf dem Rückweg zum Camper platzte sie beinahe vor Stolz.

    Nach dem Turnier standen für Emmi Platz 6 und für Sassy Platz 10 zu Buche. Anschließend bestellten wir beim Italiener und ließen den Abend gemütlich in unserer Camperburg ausklingen.

    Samstag: Das erste Erfolgserlebnis

    An den folgenden beiden Tagen war nur noch Emmi im Einsatz. Für Sassy gab es entspannte Gassirunden, die ehrenvolle Aufgabe, das Herrchen zu bewachen, und natürlich das eine oder andere Leckerchen aus der Küche.

    Los ging es am Samstag mit dem A-Lauf. Emmi hatte ihre Startposition verlassen und ich Dussel bemerkte es zwar, korrigierte aber nicht. Folgerichtig lief sie an der ersten Hürde vorbei. Nachdem ich sie zurückgesetzt hatte, war der Lauf zwar offiziell disqualifiziert, anschließend zeigte sie aber bis auf einen Stangenfehler eine wirklich schöne Leistung.

    Zusätzlich sorgte mein BH unterwegs noch für unerwartete Turbulenzen. Während des Laufes stellte ich fest, dass da etwas nicht mehr ganz an seinem vorgesehenen Platz saß. Mit etwas Gefummel ließ sich das Problem aber beheben.

    Vor dem Jumping ging es deshalb erst einmal zurück zum Campingplatz. Mit besser sitzendem BH lief es anschließend deutlich entspannter. Emmi und ich zeigten einen schönen Null-Fehler-Lauf. Lediglich beim Kommando „Spin“ hatten wir eine kurze Meinungsverschiedenheit, die etwas Zeit kostete und möglicherweise den Sieg verhinderte.

    Aber das war völlig egal.

    Wir hatten unser Wochenendziel erreicht: Platz 2, ein Platz auf dem Treppchen und einer der begehrten Diamanten.

    Abends wurde in der Hessenburg gegrillt und wir saßen bis Mitternacht gemütlich vor den Campern.

    Sonntag: Es fühlt sich wieder richtig an

    Am Sonntag hatten wir erst am Nachmittag unseren ersten Start.

    Los ging es mit dem Jumping. Emmi war hervorragend drauf und auch ich konnte wieder erstaunlich gut rennen. Zwischendurch diskutierten wir kurz über ein Out-out, danach lief es aber richtig rund.

    Kurz vor Schluss nahm Emmi ein Spin perfekt an. Umso überraschender war es, dass sie direkt vor der Stange wieder abdrehte. Verweigerung. Und dann passierte auch noch einer unserer Klassiker: Ich drückte sie beim letzten Sprung ins Außen, obwohl die Hürde von vorne zu springen war. Disqualifikation.

    Aber wisst ihr was?

    Der Lauf fühlte sich trotzdem großartig an.

    Am Abend stand noch der abschließende A-Lauf auf dem Programm. Mental war ich inzwischen etwas müde, hatte mir aber einen guten Plan zurechtgelegt. Leider hatte Emmi eigene Vorstellungen. Wieder ging es um einen Sprung, den ich nicht begleiten wollte. Erst ließ sie sich nicht schicken, anschließend nahm sie ihn von der falschen Seite.

    Auch der weitere Lauf war von kleinen Diskussionen geprägt. Nur die Schlusssequenz funktionierte wieder wie am Schnürchen.

    Das war natürlich schade, denn körperlich fühlte ich mich von Lauf zu Lauf besser. Ausgerechnet im letzten Lauf konnte ich das nicht mehr so zeigen, wie ich es mir gewünscht hätte.

    Somit blieb es an diesem Wochenende bei einem Diamanten.

    Nach der Siegerehrung ging es zurück zum Campingplatz. Nachdem alles eingepackt war, machte ich mich auf den zweistündigen Heimweg. Die Autobahn war erfreulich leer, sodass ich bereits gegen halb zehn zu Hause ankam.

    Das eigentliche Highlight

    Was von diesem Wochenende besonders hängen bleibt: Meine Knie werden immer besser. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat es sich wieder richtig nach Agility angefühlt und genau das hat mir unglaublich gutgetan. Beim Gassigehen konnte ich die Steigungen inzwischen ohne großes Schnaufen bewältigen. Bergab merke ich zwar noch, dass ich noch sehr eingeschränkt bin, aber auch da gibt es kleine Fortschritte. Vielleicht sollte ich es doch mal mit Wander- oder Walking-Stöcken versuchen.

    Noch wichtiger ist, dass die Freude zurück ist. Ich habe wieder richtig Lust auf Agility. Mit etwas mehr Turnierpraxis werden Emmi und ich sicherlich wieder enger zusammenwachsen und an unsere alten Stärken anknüpfen.

    Natürlich hätte ich mich über den einen oder anderen fehlerfreien Lauf mehr gefreut. Aber ein Diamant, ein Podestplatz, viele gute Sequenzen und vor allem das Gefühl, körperlich wieder dabei zu sein, sind deutlich mehr wert als jede Platzierung.

    Deshalb war dieses Wochenende für mich vor allem eines: ein großer Schritt in die richtige Richtung. 💎🐾

  • Stillstand

    Nach einer Woche, in der ich mein Essen und Trinken nicht mehr getrackt habe, ist es passiert: die erste kleine Zunahme auf meiner Abnehmreise. Okay, es handelt sich gerade einmal um 100 Gramm, aber trotzdem zeigt die Waage aktuell keine weitere Abnahme mehr an.

    Am Wochenende war ich mit dem Camper auf einem Turnier und habe meine bisherigen Gewohnheiten bewusst einmal beiseitegeschoben. Statt Haferkleie, Leinsamen und Obst zum Frühstück gab es ein Croissant mit Nutella. Und ganz ehrlich: Es war sehr lecker und ich habe diese Ausnahme auch bewusst genossen.

    Dazu kamen noch der eine oder andere Cocktail, ein leckerer Fruchtsecco und eine Tüte Lachgummi, die mir zum Opfer fiel. Zwischendurch wurde außerdem köstlicher Käse aus Frankreich genascht. Insgesamt würde ich aber sagen, dass alles im Rahmen geblieben ist. Für eine weitere Gewichtsabnahme war diese Mischung allerdings vermutlich nicht unbedingt förderlich.

    Was ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnte, war mein Wasserkonsum. Normalerweise trinke ich fast drei Liter Wasser am Tag. In der vergangenen Woche war es deutlich weniger, weil ich schlicht nicht so darauf geachtet habe. Gerade eine geringere Flüssigkeitszufuhr kann dazu führen, dass der Körper Wasser einlagert und sich das auf der Waage bemerkbar macht.

    Auch in dieser Woche war ich bislang recht nachlässig, was das Tracken von Essen und Trinken angeht. Das möchte ich jetzt wieder konsequenter angehen.
    Trotzdem sehe ich die kleine Zunahme gelassen. Nach vielen Wochen mit kontinuierlicher Abnahme darf es auch mal ein Wochenende geben, an dem Genuss im Vordergrund steht. Das Croissant, die Cocktails und die kleinen Leckereien habe ich bewusst genossen und keine Minute davon bereut.

    Jetzt geht es einfach zurück zu meinen bewährten Gewohnheiten. Schließlich wird der Erfolg nicht an einem einzelnen Wiegetag gemessen, sondern an der langfristigen Entwicklung. Und die zeigt für mich nach wie vor in die richtige Richtung. 💪🙂

  • Heidecup

    Heidecup Nummer 16: Viel Arbeit, viel Spaß und ein rundum gelungenes Wochenende

    Vergangenes Wochenende stand bei uns im Verein der inzwischen schon 16. Heidecup auf dem Programm: ein zweitägiges Agility-Turnier mit Abendveranstaltung und jeder Menge guter Laune.

    Schon im Vorfeld war klar, dass uns ein arbeitsreiches Wochenende bevorstand. Umfangreiche Vorbereitungen, unzählige Abstimmungen und die Organisation vieler kleiner Details gehörten dazu. Umso schöner ist es, wenn am Ende alles ineinandergreift und man merkt, dass sich die investierte Zeit gelohnt hat.

    Leider waren zumindest für den Samstag Temperaturen von deutlich über 30 Grad angekündigt. Viele Starter entschieden sich deshalb, ihre Meldung zurückzuziehen. Statt der ursprünglich knapp 90 gemeldeten Teams gingen letztlich rund 70 Teams an den Start.

    Für Sonntag sah die Wettervorhersage etwas freundlicher aus. Außerdem war das Turnier geteilt, sodass wir mit über 100 startenden Teams mehr als ausgebucht waren.

    Unser Agility-Leistungsrichter sorgte an beiden Tagen mit flüssigen Parcours und schnellen Umbauten dafür, dass der Zeitplan hervorragend eingehalten werden konnte. So blieb am Samstagnachmittag sogar noch genügend Zeit, die Abendveranstaltung vorzubereiten, mit den Hunden eine Runde zu drehen und selbst noch kurz unter die Dusche zu springen.

    Wenn Hundesportler feiern

    Das eigentliche Highlight des Wochenendes war jedoch die Abendveranstaltung.

    Wie schon in den vergangenen Jahren sorgte Gert für die passende Musik und verwandelte den Abend in eine gelungene Mischung aus Party, Tanzfläche und Karaoke-Show. Einige mutige Sängerinnen und Sänger zeigten ihr Talent am Mikrofon, während die übrigen lautstark unterstützten.

    Zusätzlich hatten wir mehrere Spiele vorbereitet, die für reichlich Gelächter sorgten. So mussten beispielsweise vier Teilnehmer, eingepackt in Umzugskartons, Begriffe erraten und mit den Buchstaben auf der Vorder- und Rückseite ihrer Kartons darstellen. Das Ergebnis war mindestens ebenso chaotisch wie unterhaltsam. Bei einem anderen Spiel galt es, im Team Tischtennisbälle über eine schräge Platte in bereitstehende Becher zu pusten. Einfacher gesagt als getan.

    Selbst unser Leistungsrichter blieb nicht verschont und durfte bei einem „Wer wird Millionär?“-Special sein Wissen unter Beweis stellen. Dabei zeigte sich, dass selbst Experten nicht alles aus dem Stegreif beantworten können. Manches gehört eben zu der Kategorie Wissen, bei der man genau weiß, wo es steht, aber nur selten einen Grund hat, es auswendig zu lernen.

    Wie so oft verging der Abend viel zu schnell. Erst gegen halb drei fanden die letzten Feiernden den Weg ins Bett.

    Gute Vorbereitung zahlt sich aus

    Besonders gefreut hat mich, wie entspannt das Wochenende für mich persönlich verlief.

    Natürlich gab es immer wieder etwas zu organisieren oder zu entscheiden. Aber dank der guten Vorbereitung konnten die Dinge nahezu reibungslos abgewickelt werden. Gemeinsam mit Kristina betreute ich die Meldestelle, was erfreulich unkompliziert verlief.

    Auch die Siegerehrungen konnten jeweils nur wenige Minuten nach dem letzten Lauf stattfinden. Dass das so gut funktionierte, war vor allem Teamarbeit.

    Ein großes Dankeschön gilt außerdem unseren Sponsoren, die für attraktive Preise sorgten. Besonders begeistert waren die Gewinner über die von Kristina gestalteten personalisierten Bilderrahmen für die jeweiligen Klassensieger. Diese kamen ausgesprochen gut an und wurden von vielen Teilnehmern mit einem breiten Lächeln und sogar Freudentränen entgegengenommen.

    Entspannung für die Hunde

    Während die Zweibeiner bei sommerlichen Temperaturen schwitzten, hatten Emmi und Sassy deutlich angenehmere Bedingungen.

    Die meiste Zeit konnten sie im klimatisierten Wohnwagen verbringen, wo angenehme 22 Grad herrschten. So ließ sich das heiße Wochenende deutlich entspannter überstehen.

    Für Sassy standen diesmal lediglich Gassirunden auf dem Programm. Emmi durfte dagegen an beiden Tagen an den Start gehen.

    Emmis Turnierbilanz

    Der erste Turniertag begann etwas holprig. Im Jumping haben wir leider ein Hindernis von der falschen Seite genommen und damit den Lauf versemmelt.

    Im A-Lauf lief es dann deutlich besser. Nicht perfekt (Stegfehler), aber erfolgreich genug, um aufgrund der überschaubaren Konkurrenz den ersten Platz zu belegen. Als Belohnung gab es einen der begehrten personalisierten Bilderrahmen sowie eine durchaus beachtliche Menge Hundefutter.

    Das Ziel schon fest im Blick…

    Am Sonntag konnten wir beide Läufe ins Ziel bringen.
    Im Jumping reichte es trotz zweier Verweigerungen dennoch für Platz 1.
    Im A-Lauf wurden es mit einem Fehler und einer Verweigerung Platz 2. Zusätzlich zum guten Gefühl gab es ein neues Spielzeug und noch mehr Hundefutter.

    Viel wichtiger als die Platzierungen war für mich jedoch etwas anderes: Es hat sich endlich wieder nach Agility angefühlt.

    Natürlich fehlt uns noch etwas Routine. An manchen Stellen stimmt das Timing noch nicht hundertprozentig, und auch die Abläufe können noch flüssiger werden. Aber ich habe das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mit jedem Turnier sammeln wir weitere Erfahrung, und vieles wird sich mit der Zeit ganz von selbst entwickeln.

    Ein Wochenende, das in Erinnerung bleibt

    Den Sonntagabend ließen wir schließlich mit paniertem Schnitzel und Salat ausklingen.

    Wieder zu Hause angekommen, war das Wochenende dann doch in den Knochen zu spüren. Gegen 23 Uhr fiel ich ins Bett und schlief bis kurz vor dem Klingeln des Weckers durch.

    Wenn ich auf das Wochenende zurückblicke, bleibt vor allem eines hängen: Es war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Ein tolles Team, viele gut gelaunte Teilnehmer, entspannte Hunde, schöne Läufe und eine rundum gelungene Veranstaltung.

    Oder kurz gesagt:
    Schee war’s. Und genau deshalb machen wir das jedes Jahr wieder.

  • Bilanz nach 12 Wochen

    Zwölf Wochen können unglaublich schnell vergehen. Vor zwölf Wochen stand ich an einem Punkt, an dem ich wusste: So wie bisher möchte ich nicht weitermachen. Mein Blutdruck war zu hoch, mein Gewicht belastete meine Gesundheit und manche alltäglichen Dinge fielen mir schwerer, als ich mir eingestehen wollte.

    Damals habe ich beschlossen, nicht länger auf den „perfekten Zeitpunkt“ zu warten, sondern einfach anzufangen. Mit vielen Hoffnungen, einigen Zweifeln und ohne zu wissen, ob ich mein Ziel überhaupt erreichen würde.

    Heute, zwölf Wochen später, ist es Zeit für einen ehrlichen Blick zurück. Was hat sich tatsächlich verändert? Was lief gut? Wo gibt es noch Baustellen? Und vor allem: Hat sich die Mühe gelohnt?

    12 Wochen später: Zeit für eine erste Bilanz

    15 Kilo weniger auf der Waage

    Die wohl offensichtlichste Veränderung sind die inzwischen 15 Kilogramm, die ich verloren habe. Ehrlich gesagt hätte ich zu Beginn niemals damit gerechnet, dass es so viel werden würde.

    In den letzten Wochen ist die Abnahme zwar etwas langsamer geworden. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich aktuell nicht mehr jede Mahlzeit akribisch plane und dokumentiere. Beruflich und privat waren die vergangenen Wochen ziemlich intensiv. An manchen Tagen fehlten mir schlicht die Zeit, die Kraft und die Energie, alles so konsequent umzusetzen wie in den ersten Wochen.

    Trotzdem gibt es etwas, worüber ich mich besonders freue: Auch in stressigen Phasen bin ich nicht in alte Muster zurückgefallen. Früher hätte ich wahrscheinlich häufiger zu Süßigkeiten oder anderen schnellen Nervennahrungen gegriffen. Diesmal ist das nicht passiert. Auch wenn nicht jeder Tag perfekt lief, bin ich insgesamt auf Kurs geblieben.

    Mein Blutdruck sagt Danke

    Besonders positiv entwickelt hat sich mein Blutdruck.

    Aktuell liegt meine wöchentliche Medikamentendosis bei 28 mg. Vor Beginn meiner Reise waren es noch 56 mg, also genau doppelt so viel. Wenn sich die Werte weiterhin so stabil entwickeln, könnte ich meine Blutdruckmedikation im September sogar noch einmal reduzieren.

    Das ist für mich einer der größten Erfolge überhaupt. Die Zahl auf der Waage freut mich natürlich auch, aber Verbesserungen der Gesundheit sind letztlich das, worum es eigentlich geht.

    Mehr Beweglichkeit, weniger Schmerzen

    Beim Thema Fitness habe ich noch Luft nach oben.

    Regelmäßiges Krafttraining, Beweglichkeitsübungen oder gezieltes Ausdauertraining gehören leider noch nicht zu meinem festen Alltag. Dennoch spüre ich deutliche Veränderungen.

    Mit Emmi konnte ich inzwischen zwei Agility-Turnierwochenenden laufen, ohne dass meine Knie während der Läufe spürbar Probleme gemacht hätten. Noch vor wenigen Monaten wäre das kaum vorstellbar gewesen.

    Fast noch erstaunlicher fand ich etwas anderes: Ich kam im Ziel an und war nicht völlig außer Atem. Natürlich bin ich noch keine Sprintkönigin geworden, aber früher hätten schon deutlich geringere Belastungen gereicht, um mich vollkommen aus der Puste zu bringen.

    Die Knieschmerzen sind nicht verschwunden. Nach langen Turnierwochenenden, Richtereinsätzen oder Mantrailing-Übungsstunden machen sie sich durchaus bemerkbar. Erst gestern habe ich beim Mantrailing zwölf Trails gelegt und begleitet. Solche Tage spüre ich nach wie vor deutlich.

    Aber insgesamt merke ich, dass mein Körper wieder besser mitarbeitet. Vielleicht bringen die nächsten sieben Kilo ja noch weitere Verbesserungen mit sich.

    Auch bei den Zähnen geht es voran

    Ein weiteres Baustellenthema waren meine Zähne.

    Inzwischen wurden zwei entzündete Zahnwurzeln entfernt und ein maroder Zahn gezogen. Ende des Monats stehen noch die Sanierung von drei Füllungen an. Gegen Jahresende wird dann entschieden, ob wir einen weiteren Versuch mit einem Implantat starten.

    Natürlich sind solche Termine nichts, worauf man sich freut. Aber bislang war alles gut auszuhalten. Und da die Termine bereits fest vereinbart sind, gibt es auch keinen Raum mehr für Ausreden oder Kneifen.

    Manchmal bedeutet Selbstfürsorge eben auch, unangenehme Dinge endlich anzugehen.

    Was ich in diesen 12 Wochen gelernt habe

    Die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieser zwölf Wochen ist: Perfektion ist völlig überschätzt.

    Nicht jeder Tag lief nach Plan. Es gab stressige Phasen, anstrengende Wochen und Momente, in denen ich gerne schneller vorangekommen wäre. Doch Gesundheit entsteht nicht dadurch, dass man zwölf Wochen lang alles perfekt macht. Sie entsteht dadurch, dass man nach einem schwierigen Tag weitermacht.

    Das Leben verläuft nicht geradlinig. Es ist nicht immer planbar. Genau deshalb musste ich lernen, auch nicht ganz perfekte Fortschritte anzuerkennen.

    Mein Fazit

    Unter dem Strich bin ich ziemlich stolz auf das, was ich bisher erreicht habe.

    15 Kilogramm weniger Gewicht, deutlich bessere Blutdruckwerte, weniger Beschwerden beim Laufen und einige wichtige gesundheitliche Baustellen, die endlich angegangen werden.
    Gleichzeitig weiß ich auch, woran ich noch arbeiten möchte: mehr Bewegung, mehr Krafttraining und weiterhin eine nachhaltige Ernährungsweise.
    Aber wenn ich die Haben-Seite mit der Soll-Seite vergleiche, dann überwiegt die Haben-Seite bei weitem.

    Aber inzwischen weiß ich, dass Fortschritt nicht bedeutet, alles perfekt zu machen. Fortschritt bedeutet, dranzubleiben. Auch dann, wenn das Leben stressig wird. Auch dann, wenn nicht jede Woche ideal läuft.

    Vor zwölf Wochen habe ich mir selbst versprochen, etwas zu verändern. Heute kann ich sagen: Dieses Versprechen habe ich gehalten.

    Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis überhaupt:

    Große Veränderungen entstehen nicht durch einen perfekten Tag. Sie entstehen durch viele kleine Entscheidungen, die man immer wieder trifft.

    Deshalb gehe ich weiter. Schritt für Schritt, Kilo für Kilo und Ziel für Ziel.

    Denn jeder noch so kleine Fortschritt ist immer noch besser als Stillstand. Und manchmal führen gerade die kleinen Schritte viel weiter, als man sich am Anfang vorstellen kann.

  • Richterwochenende in Marburg

    Schweiß, Spaß und viele schöne Momente

    Vergangenes Wochenende durfte ich wieder beim PSSV Marburg richten. Zum ersten Mal wurde dort freitags ein Warm-up-Turnier angeboten, sodass diesmal ein sehr langes Agility-Wochenende auf dem Programm stand.

    Marburg ist für sein wunderschönes, aber durchaus anspruchsvolles Gelände bekannt. Die Starter mussten sich also nicht nur mit meinen Parcours auseinandersetzen, sondern bekamen die Höhenmeter gleich gratis dazu. Spätestens bei den langen Diagonalen bergauf stellte sich die Frage, ob wir uns eigentlich noch auf einem Agility-Turnier oder bereits bei einem Bergrennen befanden.

    Trotz der sommerlichen Temperaturen herrschte an allen drei Tagen eine tolle Stimmung. Es gab jede Menge schöne Läufe, sportlichen Ehrgeiz, viele lachende Gesichter und vor allem ein ausgesprochen faires und entspanntes Miteinander. Genau solche Veranstaltungen machen das Richten für mich immer wieder zu etwas Besonderem.

    Natürlich war ich nicht allein unterwegs. Emmi durfte mich begleiten, während Sassy zu Hause dem Herrchen Gesellschaft geleistet hat. Ein ganz großes Dankeschön geht dabei an meine Freundin Ute, die sich wirklich liebevoll um Emmi gekümmert hat. Mit fünf eigenen Hunden im Gepäck war sie ohnehin schon mehr als beschäftigt, aber war das Wochenende zusätzlich noch mit Emmi praktisch „eisenbereift“ unterwegs. Die Hunde haben sich wieder wunderbar verstanden und ich wusste Emmi jederzeit in den besten Händen.

    Die 6-er-Gang (rechts) mit noch drei weiteren Papillons…
    Fröhliches Miteinander und Umhertollen…

    Dadurch konnte ich mich ganz auf meine Aufgabe konzentrieren und trotzdem abends noch ein wenig mit Emmi trainieren. So kam auch sie nicht zu kurz und war nach den gemeinsamen Trainingseinheiten genauso zufrieden wie ich nach einem erfolgreichen Richttag.

    Überhaupt waren die Abende sehr angenehm. Nach den Turniertagen wurde gemeinsam gegessen, geplaudert und der Tag entspannt ausklingen gelassen. Besonders in Erinnerung bleiben die Nudelparty am Freitagabend, Jennys sensationell leckeres selbstgemachtes Eis und die große Burger-Party am Samstag. Wer den ganzen Tag Höhenmeter sammelt, darf schließlich auch ordentlich Kalorien zuführen.

    In der Nacht auf Samstag kühlte es glücklicherweise deutlich ab. Tatsächlich war es am Morgen sogar so frisch, dass ich vor dem Duschen erst einmal kurz die Heizung im Camper einschalten musste. Ein Luxusproblem, über das man sich nach den heißen Tagen kaum beschweren kann.

    Der Sonntag zeigte sich dann wieder von seiner hochsommerlichen Seite. Während die Teams noch einmal alles auf den Parcours gaben, stiegen die Temperaturen stetig an. Am Ende des Tages wartete dann noch das Zusammenpacken des Campers in der Hitze auf mich. Ich glaube, dabei habe ich mindestens genauso geschwitzt wie manche Starter auf dem Parcours.

    Ein kleines Highlight gab es außerdem abseits des Turniergeschehens. Am Samstagabend nutzte ich die Gelegenheit, auf dem Trainingsgelände eine Runde mit RunLine VR zu drehen. Da ich die Höhe des virtuellen Parcours am tiefsten Punkt des Geländes eingestellt hatte und es bereits dämmerte, entstand eine ziemlich skurrile Situation. Während ich real den Hang hinauflief, schienen die virtuellen Geräte immer weiter in die Tiefe zu sinken. Plötzlich hatte ich das Gefühl, die Hindernisse lägen zehn bis fünfzehn Meter unter mir. Für einen kurzen Moment konnte ich sehr gut nachvollziehen, wie sich Höhenangst anfühlen muss. Zum Glück war jemand dabei, der aufpasste, dass ich nicht blindlings gegen ein Hindernis laufe. Rückblickend war das eine der lustigsten VR-Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe.

    Und weil man mit zunehmendem Alter gewisse Dinge einfach anders betrachtet, zum Abschluss noch eine kleine Erkenntnis: Früher ließ ich ein langes Turnierwochenende gerne mit einem Bad und einem Badezusatz mit Rosenduft ausklingen. Heute stehen eher Badezusätze mit Namen wie „Rückenwohl“ oder medizinische Bäder für beanspruchte Gelenke am Wannenrand.

    Was soll ich sagen? Auch das ist wohl eine Form von Weiterentwicklung.

    Marburg, es war wieder wunderschön. Drei Tage Agility, tolle Menschen, tolle Hunde, Sonne, Schweiß, gute Gespräche und viele schöne Erinnerungen. Ich komme gerne wieder.