Ein Diamant und ganz viel Agility-Gefühl

Das vergangene Wochenende war nach langer Zeit mal wieder ein wunderbares Turnierwochenende in meiner Rolle als Starterin. Keine Helferdienste, keine organisatorischen Verpflichtungen, einfach nur Hundesport, nette Menschen und Camperleben. Mit Anreise am Freitag und Rückfahrt am Sonntag fühlte es sich fast wie ein kleiner Kurzurlaub an.

Damit auch Sassy nicht zu kurz kommt, startete das Wochenende bereits am Freitag mit einem Hoopers-Turnier. Dafür musste ich schon vor dem Mittag in Richtung Neunkirchen aufbrechen. Auf dem Campingplatz angekommen, richtete ich mich erst einmal häuslich ein. Schließlich soll die Camperburg ja auch gemütlich sein. Am späten Nachmittag ging es dann auf das Turniergelände.

Freitag: Hoopers mit Licht und Schatten

Mit Emmi habe ich einen eigentlich fehlerfreien Lauf versemmelt. Ihre Startposition stimmte nicht ganz, und statt das vorher zu korrigieren, setzte ich bereits einen Fuß in den Führkreis. Also musste ich nachträglich eingreifen und wir kassierten eine Fehler. Soooo blöd! Danach lief Emmi fehlerfrei und wir haben einen Nuller erfolgreich verhindert.

Bei Sassy hatte ich schon vor dem Start die Befürchtung, dass sie den Schlusshoop nicht finden würde. Sie sollte sich ausgerechnet an einer Tonne von mir weg ins Ziel lösen. Genau so kam es dann auch. Ich verließ den Führkreis und zeigte ihr den Schlusshoop, was natürlich ein „ohne Bewertung“ nach sich zog.

Im zweiten Lauf lief Emmi am Starthoop vorbei. Auch das ging zum Teil auf meine Kappe. Nach der Korrektur arbeitete sie sehr ordentlich, nahm allerdings einen Hoop zu viel. Zunächst disqualifizierte uns die kurz verwirrte Leistungsrichterin, am Ende wurden daraus drei statt zwei Fehler. Aber ganz ehrlich: Das kann passieren.

Sassy machte es im zweiten Lauf deutlich besser und zauberte einen wunderschönen Nuller auf den Platz. Sie lief wie auf Schienen und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Auf dem Rückweg zum Camper platzte sie beinahe vor Stolz.

Nach dem Turnier standen für Emmi Platz 6 und für Sassy Platz 10 zu Buche. Anschließend bestellten wir beim Italiener und ließen den Abend gemütlich in unserer Camperburg ausklingen.

Samstag: Das erste Erfolgserlebnis

An den folgenden beiden Tagen war nur noch Emmi im Einsatz. Für Sassy gab es entspannte Gassirunden, die ehrenvolle Aufgabe, das Herrchen zu bewachen, und natürlich das eine oder andere Leckerchen aus der Küche.

Los ging es am Samstag mit dem A-Lauf. Emmi hatte ihre Startposition verlassen und ich Dussel bemerkte es zwar, korrigierte aber nicht. Folgerichtig lief sie an der ersten Hürde vorbei. Nachdem ich sie zurückgesetzt hatte, war der Lauf zwar offiziell disqualifiziert, anschließend zeigte sie aber bis auf einen Stangenfehler eine wirklich schöne Leistung.

Zusätzlich sorgte mein BH unterwegs noch für unerwartete Turbulenzen. Während des Laufes stellte ich fest, dass da etwas nicht mehr ganz an seinem vorgesehenen Platz saß. Mit etwas Gefummel ließ sich das Problem aber beheben.

Vor dem Jumping ging es deshalb erst einmal zurück zum Campingplatz. Mit besser sitzendem BH lief es anschließend deutlich entspannter. Emmi und ich zeigten einen schönen Null-Fehler-Lauf. Lediglich beim Kommando „Spin“ hatten wir eine kurze Meinungsverschiedenheit, die etwas Zeit kostete und möglicherweise den Sieg verhinderte.

Aber das war völlig egal.

Wir hatten unser Wochenendziel erreicht: Platz 2, ein Platz auf dem Treppchen und einer der begehrten Diamanten.

Abends wurde in der Hessenburg gegrillt und wir saßen bis Mitternacht gemütlich vor den Campern.

Sonntag: Es fühlt sich wieder richtig an

Am Sonntag hatten wir erst am Nachmittag unseren ersten Start.

Los ging es mit dem Jumping. Emmi war hervorragend drauf und auch ich konnte wieder erstaunlich gut rennen. Zwischendurch diskutierten wir kurz über ein Out-out, danach lief es aber richtig rund.

Kurz vor Schluss nahm Emmi ein Spin perfekt an. Umso überraschender war es, dass sie direkt vor der Stange wieder abdrehte. Verweigerung. Und dann passierte auch noch einer unserer Klassiker: Ich drückte sie beim letzten Sprung ins Außen, obwohl die Hürde von vorne zu springen war. Disqualifikation.

Aber wisst ihr was?

Der Lauf fühlte sich trotzdem großartig an.

Am Abend stand noch der abschließende A-Lauf auf dem Programm. Mental war ich inzwischen etwas müde, hatte mir aber einen guten Plan zurechtgelegt. Leider hatte Emmi eigene Vorstellungen. Wieder ging es um einen Sprung, den ich nicht begleiten wollte. Erst ließ sie sich nicht schicken, anschließend nahm sie ihn von der falschen Seite.

Auch der weitere Lauf war von kleinen Diskussionen geprägt. Nur die Schlusssequenz funktionierte wieder wie am Schnürchen.

Das war natürlich schade, denn körperlich fühlte ich mich von Lauf zu Lauf besser. Ausgerechnet im letzten Lauf konnte ich das nicht mehr so zeigen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Somit blieb es an diesem Wochenende bei einem Diamanten.

Nach der Siegerehrung ging es zurück zum Campingplatz. Nachdem alles eingepackt war, machte ich mich auf den zweistündigen Heimweg. Die Autobahn war erfreulich leer, sodass ich bereits gegen halb zehn zu Hause ankam.

Das eigentliche Highlight

Was von diesem Wochenende besonders hängen bleibt: Meine Knie werden immer besser. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat es sich wieder richtig nach Agility angefühlt und genau das hat mir unglaublich gutgetan. Beim Gassigehen konnte ich die Steigungen inzwischen ohne großes Schnaufen bewältigen. Bergab merke ich zwar noch, dass ich noch sehr eingeschränkt bin, aber auch da gibt es kleine Fortschritte. Vielleicht sollte ich es doch mal mit Wander- oder Walking-Stöcken versuchen.

Noch wichtiger ist, dass die Freude zurück ist. Ich habe wieder richtig Lust auf Agility. Mit etwas mehr Turnierpraxis werden Emmi und ich sicherlich wieder enger zusammenwachsen und an unsere alten Stärken anknüpfen.

Natürlich hätte ich mich über den einen oder anderen fehlerfreien Lauf mehr gefreut. Aber ein Diamant, ein Podestplatz, viele gute Sequenzen und vor allem das Gefühl, körperlich wieder dabei zu sein, sind deutlich mehr wert als jede Platzierung.

Deshalb war dieses Wochenende für mich vor allem eines: ein großer Schritt in die richtige Richtung. 💎🐾

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