Rally Obedience Turnier in Waldacker und Fröschlein überrascht auf ganzer Linie
Nach unserem Rally-Obedience-Turnier im April hatte ich die glorreiche Schnapsidee, auch einmal mit Emmi zu starten. Zwischen April und September lagen schließlich ganze fünf Monate. Das klang nach reichlich Zeit, um dem Fröschlein Rally Obedience beizubringen.
Theoretisch.
Im Juni schafften wir es dann tatsächlich erstmals ins Training. Leider hatte Emmi offensichtlich nicht verstanden, dass Rally Obedience etwas mit Schildern zu tun hat. Stattdessen präsentierte sie mir ihr komplettes Repertoire: Hüpfen, Drehen, Quatsch machen und vermutlich auch Dinge, die ich bis dahin noch nie bei ihr gesehen hatte. Es war beeindruckend. Nur eben nicht rallytauglich.
Mit Heike und Jasmin lief sie deutlich besser. Allerdings nur dann, wenn ein Keks quasi als optische Führungshilfe direkt vor Emmis Nase schwebte. Daraus zog ich den fachlich fundierten Schluss, dass Hopfen und Malz anscheinend nicht ganz verloren waren.
Danach kam der Sommer. Es war entweder zu heiß, wir waren anderweitig beschäftigt oder das Universum hatte einfach beschlossen, dass Training überbewertet wird. Das Turnier rückte jedenfalls immer näher, während unser Trainingsstand eher überschaubar blieb.
Anfang September schafften wir es dann endlich wieder auf den Platz. Es wurde tatsächlich etwas besser. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem Emmi beschloss, die Seite zu wechseln, zwischen meinen Beinen hindurchzutauchen oder spontan eigene Übungen zu erfinden. Da trug ich mich ernsthaft mit dem Gedanken, die Meldung wieder zurückzuziehen.
In den letzten Tagen vor dem Turnier traf ich mich noch zweimal mit Jasmin. Wir wollten herausfinden, ob ein Start überhaupt eine halbwegs vernünftige Idee wäre.
Mit einem Keks in der Hand lief Emmi überraschend ordentlich.
Ohne Keks lief Emmi überraschend kreativ.
Also beschlossen wir, es einfach zu riskieren. Mein Notfallplan war simpel: Wenn alles auseinanderfliegt, ziehe ich einen Keks aus der Tasche und bringe den Lauf wenigstens ordentlich zu Ende. Die Wertung wäre dann zwar dahin gewesen, aber der Hund wäre glücklich gewesen. Und sind wir ehrlich: dem Hund ist das Ergebnis ziemlich egal.
Tag 1 – Samstag
Und ich kann es direkt vorwegnehmen:
Den Keks brauchte ich nicht.
Diese kleine Kröte marschierte tatsächlich in den Ring und zauberte einen Vorzüglich-Lauf aufs Parkett. Zweimal einen kleinen Abzug für schräges Sitzen gab es, ein Doppelkommando war ebenfalls dabei und aus dem Platz wurde etwas voreilig wieder aufgestanden. Macht zusammen acht Punkte Abzug.
Trotzdem reichte es in der Beginnerklasse für Platz 4.

Sassy startete anschließend in Klasse 1. Auch ihr Trainingspensum hätte man höflich als „minimalistisch“ bezeichnen können. Glücklicherweise verfügt Sassy über die praktische Eigenschaft, Dinge manchmal einfach zu können, ohne dass man damit rechnen konnte.
Auch für sie sprang Platz 4 heraus.
Tag 2 – Sonntag
Am Sonntag durfte zunächst Sassy ran.
Sie wirkte ein wenig müde und hatte gelegentlich die Bearbeitungsgeschwindigkeit eines älteren Computers. Besonders beim Hinsetzen schien sie manches Kommando erst gründlich analysieren zu wollen. Dafür sammelten wir einige Abzüge wegen zögerlicher oder schiefer Positionen.
Am Ende standen trotzdem sehr erfreuliche 94 Punkte auf dem Wertungsbogen – und damit Platz 3.

Zum Schluss war die Beginnerklasse an der Reihe.
Direkt nach der Parcoursbegehung öffnete der Himmel allerdings sämtliche vorhandenen Schleusen. Das Wetter war der Meinung, Rally Obedience ließe sich hervorragend mit einer kostenlosen Dusche kombinieren.
Emmi sah das erstaunlich entspannt und entpuppte sich als äußerst wetterfest.
Während andere vielleicht über das Wetter nachgedacht hätten, arbeitete die kleine Kröte konzentriert ihre Schilder ab. Sie kassierte lediglich einen Punkt Abzug für schräges Sitzen.
Für weitere fünf Punkte Abzug sorgte dagegen Frauchen höchstpersönlich. Auf dem Zusatzschild nach dem Vorsitz stand nämlich eindeutig „weiter“. Ich hielt es jedoch für eine hervorragende Idee, Emmi noch einmal sitzen zu lassen. Der Leistungsrichter sah das allerdings anders.
Trotzdem war ich wirklich baff, wie gut Emmi nach den wenigen und teilweise ausgesprochen chaotischen Trainingseinheiten lief. Wieder gab es ein Vorzüglich und diesmal sogar Platz 3 in der Beginnerklasse.
Wenn mir davor jemand gesagt hätte, dass Emmi zwei Vorzüglich-Läufe zeigt, hätte ich vermutlich laut gelacht.
Die Mädels haben an diesem Wochenende jedenfalls ordentlich abgeliefert und die Futtervorräte ordentlich aufgefüllt.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nun auch der Meinung sind, lebenslang Anspruch auf eine deutlich erhöhte Futterration zu haben.


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