Bretagne 2.0 – Immer der Küste entlang! 🇫🇷🚐🌊🐾

Nachdem wir unsere etwas turbulente Anreise überstanden hatten, konnte unser Bretagneurlaub nun endlich so richtig beginnen. Vor uns lagen wunderschöne Küstenlandschaften, malerische Orte, jede Menge Geschichte, viel Hundesport und natürlich das eine oder andere kleine Wohnmobilabenteuer.

Und das Beste: Sassy und Emmi waren wieder fit und konnten unsere Unternehmungen endlich richtig genießen. ❤️

Locmariaquer – Sonne, Strand und ein Bad im Atlantik

Unseren ersten richtigen Urlaubstag verbrachten wir noch in Locmariaquer. Und was soll ich sagen? Besser hätte er kaum sein können!

Nach einer endlich wieder einigermaßen ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück wurde zunächst einmal Hundesport betrieben. Schließlich hatten wir nicht umsonst Rally-Obedience-Schilder und Hoops mit nach Frankreich geschleppt. 😁

Am Nachmittag wagten Conny, Heike und ich dann tatsächlich ein Bad im Atlantik. Bei etwa 18 bis 19 Grad Wassertemperatur kostete das Hineingehen durchaus ein wenig Überwindung. Aber erst einmal drin, war es einfach herrlich!

Auch Emmi und Sassy ließen es sich nicht nehmen, zu mir hinauszuschwimmen. Besonders bei Sassy war es wunderschön zu sehen, wie viel Lebensfreude unsere Seniorin nach den vergangenen Tagen wieder zeigte.

Später erkundeten wir noch die Pointe de Kerpenhir, die Landspitze am Eingang des Golfs von Morbihan. Von hier bietet sich ein herrlicher Blick über das Wasser bis nach Port-Navalo.

Natürlich durfte auch ein Gruppenfoto mit unserer elfköpfigen Hundeschar nicht fehlen. Dass dabei nicht alle gleichzeitig in die Kamera schauten, dürfte niemanden überraschen. 😂

Den Abend verbrachten wir bei einem ausgiebigen gemeinsamen Essen, französischen Leckereien und dem einen oder anderen Gläschen. Anfang Oktober noch in kurzen Hosen draußen sitzen zu können, war schon etwas Besonderes.

Und als wir später unter einem unglaublichen Sternenhimmel unsere letzte Hunderunde drehten, war endgültig klar: Wir waren im Urlaub angekommen!

Von den Steinzeitgiganten in Carnac zur wilden Küste von Quiberon

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von Locmariaquer.

Unser erstes großes Ziel waren die berühmten Steinreihen von Carnac. Tausende Menhire stehen hier seit rund 6.500 Jahren in erstaunlich regelmäßigen Reihen. Warum die Menschen der Jungsteinzeit diese gewaltigen Anlagen errichteten, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Wir erkundeten die Anlage bei einer schönen Wanderung und staunten nicht schlecht über die Dimensionen dieser steinzeitlichen Bauwerke.

Anschließend ging es auf die Halbinsel Quiberon. Zunächst fuhren wir an der ruhigeren Ostseite entlang, vorbei an kleinen Häfen und geschützten Buchten. Im Süden wollten wir eigentlich an der Pointe du Conguel einen Spaziergang machen. Daraus wurde allerdings nichts.

Quiberon hatte offenbar etwas gegen Wohnmobile. Höhenbegrenzungen und Verbotsschilder machten uns unmissverständlich klar, dass wir hier nicht erwünscht waren. 😡

Also ging es weiter zur berühmten Côte Sauvage. Und die entschädigte uns für die verpasste Wanderung!

Hier zeigt sich die Bretagne von ihrer wilden Seite: schroffe Felsen, tosende Brandung und der offene Atlantik, der mit aller Kraft gegen die Küste schlägt. Eine wunderschöne Strecke, die wir trotz fehlender Parkmöglichkeiten sehr genossen.

Unser Tagesziel war Étel, wo wir auf einem Campingplatz direkt hinter den Dünen unterkamen. Nach einem Strandspaziergang gab es abends ein richtig leckeres Fischessen mit Flunder, Seezunge und Scholle.

Ein Gewitter zwang uns zwar zum Umzug ins Zelt von Ute, aber unserem Appetit tat das keinen Abbruch. Und dank unserer Eisfee Heike gab es sogar noch Nachtisch. 😋

Über Port-Louis und die Küstenwege nach Guidel

Am nächsten Morgen führte uns unsere Reise zunächst über die beeindruckende Pont Lorois nach Port-Louis.

Dort besichtigten wir die mächtige Zitadelle, die seit Jahrhunderten die Zufahrt zum Hafen von Lorient bewacht. Von den alten Festungsmauern boten sich fantastische Ausblicke auf die Bucht und die Küstenlandschaft.

Nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel – Gert war bei Decathlon eindeutig erfolgreicher als ich – ging es weiter an die Küste.

Bei der Pointe de Kerroc’h unternahmen wir eine wunderschöne Wanderung entlang felsiger Buchten, weiter Heideflächen und langer Sandstrände.

Kurz vor unserem Ziel entdeckten wir außerdem das malerisch auf einer kleinen Felseninsel gelegene Fort Bloqué.

Unser Campingplatz bei Guidel bescherte uns zunächst ein kleines Platzproblem. Wir sollten auf weit auseinanderliegenden Stellplätzen untergebracht werden. Aber Ute verhandelte erfolgreich, und so durften wir schließlich auf einem großen freien Feld unsere vier Wohnmobile zu einer gemütlichen kleinen Wagenburg zusammenstellen.

Für Unterhaltung sorgten am Abend die französischen Marineflieger, die regelmäßig über unseren Köpfen ihre Runden drehten. Zum Glück kehrte später Ruhe ein.

Pont-Aven – Künstlerromantik und bretonische Küstenidylle

Unser nächster Reisetag führte uns nach Pont-Aven, das durch den Maler Paul Gauguin und die gleichnamige Künstlerkolonie berühmt wurde.

Bei einer etwa vier Kilometer langen Rundwanderung erkundeten wir das wunderschöne Städtchen mit seinen alten Mühlen, kleinen Steinbrücken und dem Flüsschen Aven, das sich malerisch zwischen Granitfelsen und historischen Häusern hindurchschlängelt.

Ein wirklich zauberhafter Ort, an dem wir aus dem Fotografieren kaum herauskamen!

Weiter ging es zur Pointe de Trévignon mit ihrem kleinen Fischerhafen, den Felsen und herrlichen Ausblicken auf den Atlantik.

Die Suche nach unserem nächsten Übernachtungsplatz wurde anschließend allerdings etwas abenteuerlich. Der ursprünglich ausgesuchte Campingplatz hatte inzwischen sämtliche Stellplätze durch Mobilheime ersetzt. Ein weiterer Platz war bereits geschlossen.

Willkommen in der Bretagne im Oktober! 😂

Zum Glück fand Ute noch einen einfachen Stellplatz in Küstennähe. Ohne Strom und Entsorgung, dafür mit ausreichend Platz für unsere vier Wohnmobile.

Und damit war die Welt wieder in Ordnung.

Richtung Pointe du Raz – Urlaub zwischen Dünen und Hundesport

Inzwischen merkten wir deutlich, dass die touristische Saison ihrem Ende entgegenging. Immer mehr Campingplätze hatten bereits geschlossen und auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten wurden seltener.

Nach einem entsprechenden Zwischenstopp in Pont-l’Abbé ging es weiter in Richtung Pointe du Raz.

Unser Quartier für die nächsten beiden Nächte wurde der Camping Municipal de Kermaléro in Primelin. Hier wurden wir ausgesprochen freundlich empfangen und durften uns sogar schon vor Öffnung der Rezeption einrichten.

Und dann ließen wir es tatsächlich einmal etwas ruhiger angehen.

Wobei „ruhig“ bei unserer Reisegruppe natürlich relativ ist. 😁

Neben gemütlichen Kaffeerunden und gemeinsamen Abendessen wurden selbstverständlich auch wieder die Rally-Obedience-Schilder und Hoops ausgepackt. Schließlich stand für einige unserer Hunde nach dem Urlaub noch ein Turnier auf dem Programm.

Besonders schön war unsere ausgedehnte Küstenwanderung am nächsten Tag. Der Wanderweg führte durch eine herrliche Landschaft mit Felsen, kleinen Buchten und immer wieder neuen Ausblicken auf den Atlantik.

Wir waren fast völlig allein unterwegs und genossen die Ruhe und die frische Meeresluft.

Als wir später wieder am Strand ankamen, hatte die Flut das Wasser zurückgebracht. Für unsere Hunde gab es nun kein Halten mehr!

Besonders Sassy hatte ihren Spaß. Unsere Seniorin ließ sich von den Wellen Richtung Strand tragen und sah dabei fast aus, als würde sie surfen. ❤️

Solche Momente sind für mich nach den Sorgen zu Beginn unserer Reise einfach unbezahlbar.

Und weil wir offenbar immer noch nicht genügend Bewegung hatten, folgte am Nachmittag noch eine ordentliche Portion Hundesport.

Urlaub ist schließlich keine Ausrede, um das Training schleifen zu lassen! 😂

Auf die Halbinsel Crozon – wilde Felsen und historische Dörfer

Schließlich ging unsere Reise weiter auf die Halbinsel Crozon, einen der landschaftlich beeindruckendsten Teile der Bretagne.

Unterwegs machten wir zunächst Halt in Locronan, einem der schönsten historischen Dörfer Frankreichs.

Mit seinen alten Granithäusern, kopfsteingepflasterten Gassen und der imposanten Kirche Saint-Ronan wirkt der Ort wie aus einer anderen Zeit. Wir schlenderten gemütlich durch die Straßen und genossen die besondere Atmosphäre.

Weiter ging es über die außergewöhnliche Pont de Térénez, eine elegant geschwungene Schrägseilbrücke über die Aulne.

Unser nächstes Ziel war die Pointe de Dinan. Hier erwartete uns eine spektakuläre Felsküste mit steilen Klippen, wilden Wellen und dem berühmten natürlichen Felsentor Château de Dinan.

Bei einer kleinen Rundwanderung genossen wir die beeindruckenden Ausblicke. Auch der einsetzende Nieselregen konnte daran nicht viel ändern.

Unser Tagesziel war schließlich Camaret-sur-Mer.

Die Ankunft auf dem Campingplatz gestaltete sich allerdings wieder einmal etwas komplizierter als gedacht. Die Rezeption war sonntags geschlossen und die Einfahrtsschranke ließ sich ohne Reservierung nicht öffnen.

Mit etwas Improvisation und Unterstützung vor Ort gelangten wir schließlich doch noch auf den Platz. Unsere vier Wohnmobile fanden schöne Stellplätze und wir konnten uns für die nächsten Tage einrichten.

Camaret-sur-Mer – auf den Spuren der Küstenverteidiger

Unser letzter voller Urlaubstag auf der Halbinsel Crozon begann ziemlich grau.

Eigentlich hatte der Regen aufgehört, dafür steckten wir nun mitten in den Wolken. Feine Wassertröpfchen schwebten durch die Luft und die Sonne hatte keine Chance, sich durchzusetzen.

Trotzdem machten wir uns auf den Küstenwanderweg.

Unser Weg führte uns vorbei an alten militärischen Befestigungen, darunter dem Corps de Garde, einem ehemaligen Feuerleitstand und den Verteidigungsanlagen an der Pointe du Toulinguet.

Diese Bauwerke erinnern an die strategische Bedeutung der Küste, die über Jahrhunderte den Zugang zum wichtigen Kriegshafen Brest schützen sollte.

Normalerweise dürfte man von hier fantastische Ausblicke auf den Atlantik haben.

Normalerweise.

Wir hörten das Meer zwar unter uns rauschen, sehen konnten wir davon allerdings herzlich wenig. 😂

Die berühmte Pointe de Pen-Hir mit ihren markanten Felsen, den Tas de Pois, ließen wir deshalb aus. Ein Aussichtspunkt ohne Aussicht ist eben nur halb so schön.

Dafür hatte die nebelverhangene Landschaft ihren ganz eigenen, fast mystischen Reiz.

Am Nachmittag gab es noch eine Runde Rally Obedience, während andere aus unserer Gruppe den Hafen von Camaret erkundeten. Dort befinden sich unter anderem die historische Kapelle Notre-Dame de Rocamadour, der bekannte Schiffsfriedhof und der Vauban-Turm, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Abends kamen wir wieder alle zusammen und ließen uns Garnelen, Muscheln, Seelachs und Leng schmecken.

Ein schöner Abschluss unserer Tage an der bretonischen Küste!

Unser Fazit – Bretagne, du hast uns wieder begeistert! ❤️

Inzwischen liegen viele wunderschöne Kilometer entlang der bretonischen Küste hinter uns.

Wir haben historische Dörfer entdeckt, jahrtausendealte Steinreihen bestaunt, wilde Felslandschaften erkundet, im Atlantik gebadet und unzählige Kilometer mit unseren Hunden zurückgelegt.

Wir haben trainiert, gelacht, fotografiert, gekocht, geschlemmt und immer wieder spontan unsere Pläne geändert.

Und natürlich haben wir festgestellt, dass die Bretagne im Oktober ihre ganz eigenen Herausforderungen bereithält. Geschlossene Campingplätze, fehlende Entsorgungsmöglichkeiten, Höhenbegrenzungen und gelegentlich etwas eigenwilliges Wetter gehören eben auch dazu.

Dafür wurden wir mit einer wunderbaren Ruhe, fast menschenleeren Stränden, traumhaften Wanderwegen und immer wieder herrlichen Ausblicken belohnt.

Ganz besonders freue ich mich darüber, wie gut sich Sassy und Emmi erholt haben. Nach unserem schwierigen Reisestart ist es einfach wunderschön, beide wieder so ausgelassen und voller Lebensfreude zu erleben.

Nun beginnt unsere Rückreise.

Ob wir noch ein Stück der bretonischen Nordküste folgen oder uns quer durch das französische Landesinnere auf den Heimweg machen, ist noch nicht endgültig entschieden.

Aber eines steht fest: Wir haben noch einige Urlaubstage vor uns, und die wollen wir genießen!

Denn genau das macht für mich das Reisen mit dem Wohnmobil aus: Nicht immer alles bis ins kleinste Detail planen zu müssen, sondern auch einmal spontan zu entscheiden, wohin der Weg führt.

Und solange wir unsere Hunde, gute Freunde und ein gemütliches Zuhause auf vier Rädern dabeihaben, kann eigentlich nicht viel schiefgehen.

Wobei … diesen Satz sollte ich nach unserer bisherigen Reise vielleicht lieber nicht zu laut sagen. 😂

Fortsetzung folgt – Bretagne 2.0 ist schließlich noch nicht zu Ende! 🇫🇷🚐🌊🐾❤️

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