Schweiß, Spaß und viele schöne Momente

Vergangenes Wochenende durfte ich wieder beim PSSV Marburg richten. Zum ersten Mal wurde dort freitags ein Warm-up-Turnier angeboten, sodass diesmal ein sehr langes Agility-Wochenende auf dem Programm stand.

Marburg ist für sein wunderschönes, aber durchaus anspruchsvolles Gelände bekannt. Die Starter mussten sich also nicht nur mit meinen Parcours auseinandersetzen, sondern bekamen die Höhenmeter gleich gratis dazu. Spätestens bei den langen Diagonalen bergauf stellte sich die Frage, ob wir uns eigentlich noch auf einem Agility-Turnier oder bereits bei einem Bergrennen befanden.

Trotz der sommerlichen Temperaturen herrschte an allen drei Tagen eine tolle Stimmung. Es gab jede Menge schöne Läufe, sportlichen Ehrgeiz, viele lachende Gesichter und vor allem ein ausgesprochen faires und entspanntes Miteinander. Genau solche Veranstaltungen machen das Richten für mich immer wieder zu etwas Besonderem.

Natürlich war ich nicht allein unterwegs. Emmi durfte mich begleiten, während Sassy zu Hause dem Herrchen Gesellschaft geleistet hat. Ein ganz großes Dankeschön geht dabei an meine Freundin Ute, die sich wirklich liebevoll um Emmi gekümmert hat. Mit fünf eigenen Hunden im Gepäck war sie ohnehin schon mehr als beschäftigt, aber war das Wochenende zusätzlich noch mit Emmi praktisch „eisenbereift“ unterwegs. Die Hunde haben sich wieder wunderbar verstanden und ich wusste Emmi jederzeit in den besten Händen.

Die 6-er-Gang (rechts) mit noch drei weiteren Papillons…
Fröhliches Miteinander und Umhertollen…

Dadurch konnte ich mich ganz auf meine Aufgabe konzentrieren und trotzdem abends noch ein wenig mit Emmi trainieren. So kam auch sie nicht zu kurz und war nach den gemeinsamen Trainingseinheiten genauso zufrieden wie ich nach einem erfolgreichen Richttag.

Überhaupt waren die Abende sehr angenehm. Nach den Turniertagen wurde gemeinsam gegessen, geplaudert und der Tag entspannt ausklingen gelassen. Besonders in Erinnerung bleiben die Nudelparty am Freitagabend, Jennys sensationell leckeres selbstgemachtes Eis und die große Burger-Party am Samstag. Wer den ganzen Tag Höhenmeter sammelt, darf schließlich auch ordentlich Kalorien zuführen.

In der Nacht auf Samstag kühlte es glücklicherweise deutlich ab. Tatsächlich war es am Morgen sogar so frisch, dass ich vor dem Duschen erst einmal kurz die Heizung im Camper einschalten musste. Ein Luxusproblem, über das man sich nach den heißen Tagen kaum beschweren kann.

Der Sonntag zeigte sich dann wieder von seiner hochsommerlichen Seite. Während die Teams noch einmal alles auf den Parcours gaben, stiegen die Temperaturen stetig an. Am Ende des Tages wartete dann noch das Zusammenpacken des Campers in der Hitze auf mich. Ich glaube, dabei habe ich mindestens genauso geschwitzt wie manche Starter auf dem Parcours.

Ein kleines Highlight gab es außerdem abseits des Turniergeschehens. Am Samstagabend nutzte ich die Gelegenheit, auf dem Trainingsgelände eine Runde mit RunLine VR zu drehen. Da ich die Höhe des virtuellen Parcours am tiefsten Punkt des Geländes eingestellt hatte und es bereits dämmerte, entstand eine ziemlich skurrile Situation. Während ich real den Hang hinauflief, schienen die virtuellen Geräte immer weiter in die Tiefe zu sinken. Plötzlich hatte ich das Gefühl, die Hindernisse lägen zehn bis fünfzehn Meter unter mir. Für einen kurzen Moment konnte ich sehr gut nachvollziehen, wie sich Höhenangst anfühlen muss. Zum Glück war jemand dabei, der aufpasste, dass ich nicht blindlings gegen ein Hindernis laufe. Rückblickend war das eine der lustigsten VR-Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe.

Und weil man mit zunehmendem Alter gewisse Dinge einfach anders betrachtet, zum Abschluss noch eine kleine Erkenntnis: Früher ließ ich ein langes Turnierwochenende gerne mit einem Bad und einem Badezusatz mit Rosenduft ausklingen. Heute stehen eher Badezusätze mit Namen wie „Rückenwohl“ oder medizinische Bäder für beanspruchte Gelenke am Wannenrand.

Was soll ich sagen? Auch das ist wohl eine Form von Weiterentwicklung.

Marburg, es war wieder wunderschön. Drei Tage Agility, tolle Menschen, tolle Hunde, Sonne, Schweiß, gute Gespräche und viele schöne Erinnerungen. Ich komme gerne wieder.

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