Agility-Wochenende im Saarland: Premiere mit der Meta Quest
Am Samstagvormittag machten wir uns auf den Weg ins Saarland. Nach rund 185 Kilometern erreichten wir gegen Mittag das Hundesportzentrum in St. Wendel, wo ich an diesem Wochenende als Agility-Leistungsrichterin im Einsatz war.
Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass kurz nach meiner Ankunft auch eine gute Freundin mit ihrem Mann vorbeikam. Die beiden befanden sich gerade auf der Rückreise aus ihrem Frankreich-Urlaub und legten in St. Wendel noch einen Zwischenstopp ein. Leider blieb durch meine Richtertätigkeit nicht allzu viel Zeit für gemeinsame Gespräche, aber trotzdem war es schön, sie zu sehen.
Premiere für die Meta Quest auf dem Turnierplatz
An diesem Wochenende hatte ich außerdem eine technische Premiere: Zum ersten Mal kam meine Meta Quest Brille beim Parcoursaufbau zum Einsatz. Mit der App RunLine lassen sich die im Smarter Agility Course Designer geplanten Parcours virtuell auf den Turnierplatz projizieren. Die Idee dahinter ist genial: Statt mit Messrad und Maßband jeden einzelnen Abstand auszumessen, kann man den Parcours direkt plangetreu aufbauen.
Ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, war es allerdings zunächst nicht.
Schnell stellte sich heraus, dass sich das Menü der Brille in der prallen Sonne nicht bedienen ließ. Also musste ich zuerst ein schattiges Plätzchen finden, um das Raster korrekt auf die vorhandene Parcoursfläche zu projizieren. Dabei zeigte sich dann auch gleich die erste Überraschung: Die Fläche war kleiner abgesteckt worden als ursprünglich zugesagt.
Zum Glück waren die Helfer vor Ort einfach großartig. Kurzerhand wurde der Parcoursbereich erweitert, sodass die geplanten Maße doch noch umgesetzt werden konnten. Nachdem das virtuelle Raster perfekt mit der realen Fläche übereinstimmte, konnte ich den ersten Parcours laden und die Darstellung sperren, damit nichts versehentlich verschoben wurde.
Der Aufbau selbst funktionierte anschließend erstaunlich gut. Auch in der Sonne waren die Hindernisse problemlos zu positionieren. Nur eines wurde schnell deutlich: Unter einer VR-Brille kann man bei sommerlichen Temperaturen ganz schön ins Schwitzen geraten!
Für die Umbauten zwischen den Läufen griff ich dann allerdings wieder auf die klassische Methode mit dem ausgedruckten Parcoursplan zurück. Aus dem Schatten heraus ließ sich das Raster nämlich nicht immer exakt identisch neu setzen. Dadurch bestand die Gefahr, dass Hindernisse, die eigentlich an ihrem Platz bleiben sollten, plötzlich leicht versetzt dargestellt wurden. Für die zukünftigen Einsätze gibt es also noch ein wenig Optimierungspotenzial.
Unterschiedliche Teams, passende Herausforderungen
Bei den Läufen an beiden Tagen zeigte sich wieder einmal, wie unterschiedlich die Ausbildungsstände der einzelnen Teams sein können. Während einige Mensch-Hund-Teams die Parcours souverän und nahezu mühelos bewältigten, mussten andere deutlich mehr kämpfen, um das Ziel zu erreichen.
Da ich im Vorfeld nicht einschätzen konnte, wie das Leistungsniveau in dieser Region ist, war ich natürlich gespannt, wie meine Parcours angenommen werden würden. Würden sie als zu leicht empfunden werden oder die Teams eher vor größere Herausforderungen stellen? Nach meinem Eindruck habe ich einen guten Mittelweg gefunden. Die Parcours boten den erfahrenen Teams ausreichend interessante Aufgaben, waren aber gleichzeitig so gestaltet, dass auch weniger routinierte Starter faire Chancen hatten.
Herzlichkeit und perfekte Organisation
Was mir an diesem Wochenende besonders in Erinnerung bleiben wird, ist die außergewöhnliche Gastfreundschaft des veranstaltenden Vereins. Schon im Vorfeld wurde sich intensiv darum gekümmert, dass alles passt und ich mich wohlfühle. Auch vor Ort fühlte ich mich jederzeit willkommen.
Die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team war ausgesprochen angenehm. Es wurde viel gelacht, alle packten mit an und die Organisation war hervorragend. Dadurch lagen wir an beiden Tagen voll im Zeitplan, was keineswegs selbstverständlich ist.
Emmi als Fotomodell
Eine weitere schöne Überraschung war das Angebot der Vereinsfotografin, Fotos von Emmi zu machen. Nach dem ersten Turniertag durfte Emmi deshalb noch ein wenig Agility laufen und wurde dabei professionell in Szene gesetzt.




Solche Erinnerungen sind immer etwas ganz Besonderes.
Gemütlicher Abend unter Campern
Nach einem kurzen Turniertag gab es Essen vom Italiener. Anschließend saßen wir noch mit den anderen Campern zusammen, tauschten Geschichten aus und verbrachten einen wirklich schönen Abend. Die Zeit verging wie im Flug, und ehe wir uns versahen, war es fast Mitternacht.
Landesmeisterschaft und Heimreise
Auch die Landesmeisterschaft am Sonntag verlief wie am Schnürchen. Alles lief reibungslos, sodass wir bereits gegen 16 Uhr die Heimreise antreten konnten. Nach etwa zwei Stunden und 15 Minuten stand der Wohnwagen wieder an seinem Platz und ich gönnte meinen Beinen zu Hause erst einmal eine wohlverdiente Pause.
Die sommerlichen Temperaturen machten sich allerdings bemerkbar. Trotz reichlicher Flüssigkeitszufuhr hatte ich offenbar viele Mineralstoffe verloren, denn sowohl am Samstag als auch am Sonntag wurde ich immer wieder von Muskelkrämpfen geplagt. Nach der Einnahme von Magnesium wurde es glücklicherweise langsam besser.
Sportlicher Ausklang des Wochenendes
Ganz beendet war das Wochenende damit allerdings noch nicht. Am Abend ging es noch zu einer Runde Darts in den Verein. Nebenbei lief das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft, das sogar in die Verlängerung ging. Dadurch wurde es noch einmal ein langer Abend, und letztlich waren wir erst nach Mitternacht wieder zu Hause.
Trotz der Anstrengung bleibt ein rundum positives Fazit: ein hervorragend organisiertes Turnier, viele nette Begegnungen, spannende Läufe, eine interessante technische Premiere mit der Meta Quest und jede Menge schöne Erinnerungen. So darf ein Agility-Wochenende gerne aussehen.

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