Die erste Euphorie klingt so langsam ab.
Nachdem in den ersten zehn Tagen das Gewicht deutlich nach unten ging, werden die Schritte jetzt kleiner. Oft sind es nur noch 50 oder 100 Gramm – manchmal stagniert die Waage auch ganz.
Jetzt beginnt genau die Phase, in der es darauf ankommt, dranzubleiben.
Natürlich könnte ich mir das Leben leichter machen und mich nicht jeden Tag wiegen. Aber ganz ehrlich: Ich glaube, einmal pro Woche würde ich nervlich nicht durchhalten.
Die Abnehmspritze liegt übrigens immer noch im Kühlschrank. Im Moment habe ich auch nicht das Gefühl, dass sie mich zusätzlich unterstützen könnte. Ich esse im Prinzip genauso wie in den ersten beiden Wochen. Der Heißhunger auf Süßes ist nach wie vor nicht da. Wenn ich Hunger habe, esse ich – und das bewegt sich alles im Rahmen.
Was mir allerdings auffällt: Die Portionen sind manchmal noch etwas zu groß. Das liegt vermutlich daran, dass ich zu schnell esse. Hier darf ich mir wirklich mehr Zeit lassen, damit sich das Sättigungsgefühl rechtzeitig einstellen kann – bevor ich am Ende doch wieder mit einem unangenehmen Völlegefühl dasitze, nur weil der Teller leer geworden ist, bevor mein Körper „Stopp“ sagen konnte.
Wir schauen jetzt einfach mal, wie Woche drei läuft – und entscheiden dann nächsten Montag, wie es weitergeht.
Was mir gerade allerdings zu schaffen macht, sind meine Knie. Die Schmerzen sind wieder deutlich stärker geworden – tagsüber genauso wie nachts. Ich wache öfter davon auf und versuche dann, irgendwie eine Position zu finden, die erträglicher ist. Auch nach längerem Sitzen tun die ersten Schritte richtig weh, und ich brauche ein paar Meter, bis ich wieder halbwegs rund laufen kann.
Am Ende ist es wohl genau das: kein Sprint, sondern ein Weg. Neue Wege sind nicht immer gerade, leicht oder schmerzfrei. Manchmal werden die Schritte kleiner, manchmal fühlt es sich zäh an – und manchmal meldet sich der Körper lauter, als einem lieb ist.
Aber genau darum geht es ja auf diesem Weg: dranbleiben, auch wenn es langsamer wird. Auf den eigenen Körper hören, ohne gleich wieder aufzugeben. Und Schritt für Schritt weitergehen – in meinem Tempo, mit meinen Möglichkeiten.
Ich bin also weiterhin unterwegs. Auf neuen Wegen – zu mehr Gesundheit, mehr Achtsamkeit und vielleicht auch zu dem ein oder anderen kleinen Erfolg, der sich gerade noch gut versteckt.

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